GfK-Umfrage

Der Euro übersteht die Krise nicht unbeschadet

Die Mehrheit der Bürger hält die Gemeinschaftswährung für bedroht. Besonders groß ist der Pessimismus in Ostdeutschland.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland macht sich erhebliche Sorgen um den Euro. Nur acht Prozent der Befragten glauben, dass die Euro-Krise "weder die Stabilität des Euro noch seine Existenz erschüttern" wird. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Marktforschungsunternehmen GfK aus Nürnberg hat für die Morgenpost Online durchgeführt hat.

Insgesamt 71 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Euro-Krise schwerwiegende Folgen haben wird. Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) erwartet, dass die Gemeinschaftswährung im Zuge der Krise durch Inflation an Wert verliert . Fast ein Drittel (31 Prozent) rechnet damit, dass zumindest einzelne Länder den Währungsraum verlassen werden. Und ein Fünftel (20 Prozent) glaubt sogar, dass die Währungsunion ganz auseinander bricht.

Besonders groß ist der Pessimismus in Ostdeutschland, wo nur vier Prozent erwarten, dass der Euro die Krise unbeschadet übersteht; im Westen beträgt dieser Wert neun Prozent. Ebenfalls überdurchschnittlich große Ängste herrschen in den mittleren Altersgruppen: 60 Prozent der befragten 30- bis 39-Jährigen zum Beispiel rechnen mit einem Wertverlust der Währung; bei den über 70-Jährigen liegt dieser Anteil bei 43 Prozent, bei den 14- bis 19-Jährigen gar nur bei 24 Prozent.

Bei Männern wie Frauen liegt der Anteil jener, die sich keine großen Sorgen um die Währung machen, gleich hoch. Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich allerdings bei jenen, die sehr wohl gravierende Konsequenzen befürchten. Unter Männern ist der Prozentsatz, der mit inflationärem Druck rechnet, mit 52 Prozent höher als unter den Frauen (42 Prozent). Dafür ist unter Frauen die Angst vor einem kompletten Auseinanderbrechen der Währungsunion mit 21 Prozent etwas größer als unter Männern (19 Prozent).

Auffällig an den Umfrageergebnissen ist auch die Differenzierung nach Bildungsabschlüssen. Unter den Befragten, die die Hochschulreife besitzen oder gar ein Studium abgeschlossen haben, liegt der Anteil jener, die sich kein Urteil über die Folgen der Euro-Krise für den Euro selbst erlauben wollen, mit zwölf Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Zugleich erreicht auch der Prozentsatz der befragten Abiturienten, die weiter an die Solidität der Gemeinschaftswährung glauben, mit 16 Prozent einen relativ hohen Wert. Unter den Nicht-Abiturienten liegt dieser Anteil lediglich bei sechs Prozent.

Die GfK hat insgesamt 1068 Männern und Frauen in Deutschland befragt. Die Umfrage wurde Mitte Juli durchgeführt, also noch vor dem jüngsten Krisengipfel in Brüssel.