American Airlines

Sparsame Flieger gaben den Ausschlag für Airbus

Airbus übertrumpft Konkurrent Boeing bei der Mega-Bestellung von American Airlines. Der Grund dafür sind die verbesserten Tragflächen.

Foto: obs / obs/DPA

Für den amerikanischen Flugzeugbauer Boeing ist der Riesenauftrag für Airbus von American Airlines eine schwere Schlappe. Denn bislang sind die meisten amerikanischen Fluggesellschaften mit Maschinen "made in USA" unterwegs gewesen. Das war auch eine Frage der Ehre.

Für große Neubestellungen hatten die meisten US-Airlines allerdings in den vergangenen Jahren auch gar kein Geld. Nach den Anschlägen des 11. September waren die meisten Unternehmen finanziell schwer angeschlagen; den meisten fehlten Reserven.

Zudem gab es auf dem amerikanischen Markt erhebliche Überkapazitäten. Statt neue Flugzeuge zu kaufen, retteten sich die meisten US-Airlinechefs in den vergangenen Jahren lieber in Konkurs – um unter Gläubigerschutz weiterzufliegen und sich dann auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler von drückenden, milliardenschweren Pensionslasten zu befreien.

Harter Wettbewerb bei den Herstellern

Zudem wurde nach diversen Übernahmen Personal abgebaut. Die amerikanischen Politiker haben allerdings zu Recht klar gemacht, dass sie eine zweite Sanierungsrunde nicht mittragen werden. Angesichts der stetig steigenden Ölpreise bleibt gerade American Airlines mit seiner veralteten Flugzeugflotte jetzt gar nichts anderes übrig, als sparsamere Flugzeuge zu kaufen.

Dass American dies bei den ersten 230 Flugzeugen fast ohne den Einsatz von eigenem Geld gelungen ist, zeigt auch, wie hart der Wettbewerb zwischen den beiden derzeit größten Herstellern auf dem amerikanischen Markt ist.

Airbus hat es sich zwar sicher einiges kosten lassen, damit die einstmals größte Airline der Welt ihre Kunden demnächst mit sparsamen Airbussen aus Europa über den Kontinent fliegen wird. Doch statt Vaterlandsliebe haben nun endlich auch in den USA die Finanzierungs- und Betriebskosten den Ausschlag beim Flugzeugkauf gegeben.

Damit ist dieser Auftrag richtungsweisend, er wird auch die American-Konkurrenten erheblich unter Druck setzen. Denn dank neu gestalteter Tragflächen und neuer Triebwerke braucht der Airbus Neo 15 Prozent weniger Sprit als herkömmliche Modelle.

Boeing müsste wohl ein neues Modell bringen

Bei der schmalen Marge im Luftfahrtgeschäft ist dies schon eine erhebliche Entlastung. Bei American wird die prozentuale Einsparung noch höher liegen, da der Konzern bisher viele der längst nicht mehr hergestellten, sehr spritdurstigen Boeing MD-80 fliegt.

Aufhorchen lässt auch, dass American den Boeing-Managern das Versprechen abgenommen hat, dass auch die jetzt bestellten Boeing 737 in den nächsten Jahren mit neuen, sparsameren Motoren ausgestattet werden müssen. Das ist allerdings leichter gefordert als getan.

Technisch ist die Umrüstung wohl erheblich aufwendiger als bei Airbus. Letztlich wäre es deshalb viel besser, wenn sich die Amerikaner endlich dafür entscheiden würden, ein ganz neues, noch sparsameres und damit umweltschonenderes Mittelstrecken-Flugzeug zu bauen.