Bundesfinanzministerium

Anleihen-Rückkauf brächte Athen 20 Milliarden Euro

Griechenland könnte Milliarden an Schulden durch den Rückkauf eigener Staatsanleihen abtragen. Das Geld müsste der Rettungsschirm bereitstellen.

Ein Rückkauf eigener Staatsanleihen könnte die Schuldenlast Griechenlands laut Berechnungen des Bundesfinanzministeriums um 20 Milliarden Euro senken – dies berichtete der "Spiegel". Nach diesem Modell würde der Euro-Rettungsschirm EFSF dem Land Geld geben, damit das Land seine Anleihen selbst zum Marktpreis von privaten Gläubigern zurückkaufen kann.

Dies wäre nach Darstellung des "Spiegels" ein gutes Geschäft für Griechenland , da die Kurse für griechische Anleihen derzeit um bis zu 50 Prozent unter ihrem Nennwert lägen. Das Angebot könne für solche Gläubiger interessant sein, die sich erst während der Krise günstig mit Griechenland-Anleihen eingedeckt hätten, schreibt das Magazin.

Dieser sogenannte "Bond-Buy-Back" sei eine von mehreren Varianten, die Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) derzeit zur Lösung der griechischen Schuldenkrise prüfen lasse, heißt es im "Spiegel" weiter. Andere Vorschläge seien unter anderen ein echter Schuldenschnitt, verbunden mit dem Tausch von Griechenland-Anleihen in längerfristige, mit Garantien besicherte Papiere.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt sich für einen solchen Rückkauf ein. "Wir haben gesagt, dass dies eine nützliche Alternative wäre", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi der griechischen Tageszeitung "To Vima".

"Sie würde dem Privatsektor erlauben, die Anleihen zum derzeitigen Marktpreis zu verkaufen, der derzeit unter dem Nominalwert liegt", so der Notenbanker. "Gleichzeitig würde der Privatsektor monetär profitieren." Die EZB pocht darauf, dass die unter anderem von Deutschland verlangte Beteiligung privater Gläubiger an einer Entlastung Griechenlands von seinen hohen Schulden einen strikt freiwilligen Charakter hat.

Im Gespräch ist weiterhin auch Schäubles Vorschlag einer "sanften Umschuldung" von Anfang Juni, der vorsieht, die Laufzeiten aller Griechenland-Anleihen um sieben Jahre zu verlängern. Beide Modelle seien in Europa derzeit nach Angaben aus dem Finanzministerium allerdings als weniger konsensfähig als das Rückkaufprogramm.

Der Chef des Euro-Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", derzeit deute viel darauf hin, dass der Rettungsfonds sich demnächst an der Griechen-Rettung beteiligen solle. Man werde aktiv, "wenn die Minister einen Beschluss gefasst haben".