Streik in Athen

Griechische Taxifahrer legen Straßenverkehr lahm

Athens Taxifahrer protestieren gegen eine neue Lizenzregelung und streiken. Sie haben am Montagmorgen die Einfahrten des Flughafens von Athen und des Hafens von Piräus blockiert. Urlauber müssen ihr Gepäck derzeit zu Fuß durch die Hitze schleppen.

Hunderte Taxifahrer haben am Montag den Verkehr in Athen weitgehend lahmgelegt. Sie blockierten aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung die Zufahrtsstraße zum internationalen Flughafen und einen Zugang zum Hafen. Im Tagesverlauf war eine Protestfahrt durch die Hauptstadt geplant. Die Arbeitsniederlegung soll bis Mittwochmorgen andauern.

Die aufgebrachten Taxifahrer blockierten am Morgen über Stunden mehrere Spuren einer Hauptzufahrtsstraße zum Flughafen. Zahlreiche Flugzeuge hoben mit Verspätung ab, da Passagiere im Verkehrschaos festsaßen. Auch am Hafen Piräus ging zeitweise nichts mehr: Hunderte gelbe Taxis blockierten die Straße zum Kreuzfahrt-Terminal. Zehn Kreuzfahrtschiffe hatten angelegt, aus denen tausende Touristen strömten. Doch die Touristenbusse kamen nicht durch, um die Passagiere am Terminal abzuholen.

Die Hafenbehörde erklärte, die chaotische Lage habe sich nach einigen Stunden beruhigt. Die Taxifahrer hätten nach und nach ihre Blockade aufgelöst, um sich auf den Weg zu einer geplanten Protestrundfahrt durch die Hauptstadt zu machen.

Im Zuge der drastischen Sparmaßnahmen will die sozialistische Regierung auch ein Dutzend Berufszweige liberalisieren, die bislang durch jahrzehntealte Lizenzen oder festgelegten Gewinnmargen streng reglementiert waren. Neben den Taxifahrern sind von den Maßnahmen auch Apotheker und Anwälte betroffen.

Gewerkschaftler der Taxifahrer befürchten, dass die teuren Lizenzen für ihren Beruf wertlos würden, wenn sie künftig umsonst zu bekommen seien. Er bedaure den Ausstand sehr, sagte ein Gewerkschaftsvertreter. „Doch meine Kollegen schauen mit zunehmender Ungewissheit in die Zukunft.“

Die Liberalisierung diverser Berufszweige ist Teil einer Flut von Reformen, Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen, mit denen die griechische Regierung einen Weg aus der Schuldenkrise sucht. Der Sparkurs ist Bedingung für die Auszahlung weiterer Kredite aus dem bestehenden 110-Milliarden-Euro-Paket vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und EU für Griechenland.

Die regierenden Sozialisten taten sich mit dem Einleiten der Reformen auch wegen des Widerstands von Opposition und Bevölkerung schwer. Die Griechen brauchen nun ein zweites Rettungspaket in Milliardenhöhe, das bis spätestens Ende August geschnürt werden soll, um eine drohende Staatspleite abzuwenden.