Konsumstudie

Deutsche in Kauflaune, Griechen verzweifelt

Die Stimmung der Verbraucher im EU-Vergleich verbessert sich. Vor allem die Deutschen sind zuversichtlich. Die Griechen dagegen sehen schwarz.

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Ungeachtet der immer noch tobenden Schuldenkrise bessert sich einer Studie der GfK-Konsumforscher zufolge die Stimmung bei den Verbrauchern in vielen europäischen Ländern. Die Aussichten für die Konjunktur würden im Allgemeinen günstiger eingeschätzt als noch im März, teilten die Marktforscher zu ihrer Umfrage unter mehr als 18.000 Verbrauchern in elf europäischen Ländern mit.

In fast allen Staaten scheine der Tiefpunkt der Rezession durchschritten zu sein, schrieben die Experten: „Viele Verbraucher schöpfen Hoffnung, dass ihr Land die Krise mittelfristig hinter sich lassen kann.“

Wachstumsmotor sei nach wie vor Deutschland. In Spanien, Großbritannien, Frankreich und Polen schätzten die Umfrageteilnehmer die Konjunkturperspektiven deutlich günstiger ein. Düsterer sieht es dagegen im besonders gebeutelten Griechenland aus: Hier verharrte der entsprechende Index auf einem extrem niedrigen Niveau.

Die Unterschiede unter den Ländern sind demnach deutlich. Während die Deutschen von einer äußerst positiven Wirtschaftsentwicklung ausgehen (plus 50), habe im Euro-Krisenstaat Griechenland der Indikator „auf extrem niedrigem Niveau“ verharrt, bei minus 54,7 Punkten.

Dass in den kommenden Monaten ihr Einkommen steigt, erwarteten i m zweiten Quartal nur die Deutschen und die Österreicher. Entsprechend ihrer guten Einkommenserwartung haben die Verbraucher in beide Ländern am ehesten vor, demnächst eine große Anschaffung zu tätigen. Die geringsten Erwartungen an steigende Bezüge hegen derzeit die Verbraucher in Griechenland.

Angesichts der günstigeren Konjunkturaussichten und einer zunehmenden Hoffnung auf höhere Einkommen wollen die Verbraucher der Studie zufolge sich auch wieder mehr gönnen. Die Anschaffungsneigung sei leicht gestiegen oder konsolidiere sich zumindest, schrieben die Experten.

Doch auch hier bestehen nach wie vor große Unterschiede zwischen den Ländern der Euro-Zone: Während deutsche Verbraucher deutlich mehr ausgeben wollen, verdirbt den Griechen die Diskussion um ein weiteres Sparpaket mit Steuererhöhungen, Wegfall von Vergünstigungen und angehobenen Abgaben die Kauflaune.

Weltweit ist die Stimmung düster

Weltweit sind einer Nielsen-Studie zufolge die Aussichten für den Konsum düsterer. Der Index für das weltweite Verbrauchervertrauen fiel im zweiten Quartal um drei auf 89 Punkte und damit den niedrigsten Stand seit Jahresende 2009, wie das Unternehmen mitteilte. Besonders US-Verbraucher wollen demnach den Gürtel enger schnallen; fast ein Drittel gab an, kein Geld für zusätzliche Ausgaben zu haben.

Doch auch ein Viertel der Menschen in Nahost und Afrika sowie gut ein Fünftel der Europäer seien nicht in Kauflaune. Besonders schlecht sei dabei die Stimmung in den von der Schuldenkrise gebeutelten Staaten.

Besser sah es in Asien aus, mit Ausnahme von Japan und Südkorea: Indien, die Philippinen, Indonesien und Malaysia führten die Liste der Länder mit dem höchsten Konsumklima an. Nielsen befragte für seine Studie 31.000 Menschen in 56 Ländern.