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Lufthansa fliegt mit Biokraftstoff im Linienverkehr

Erstmals setzt eine Airline Bio-Kerosin im regulären Flugbetrieb ein. Das senkt den CO2-Ausstoß beträchtlich. An den Triebwerken wird nichts geändert.

Foto: dapd

Die Lufthansa setzt erstmals im regulären Flugbetrieb Biokraftstoff ein. Sechs Monate lang vier Mal täglich fliegt ein Lufthansa Airbus A321 die Strecke Hamburg-Frankfurt-Hamburg. Dabei wird ein Triebwerk zur Hälfte mit bio-synthetischem Kerosin betankt. Das Bio-Kerosin weist ähnliche Eigenschaften auf wie normales Kerosin und kann so für alle Flugzeugtypen verwendet werden.

Es sind keine Anpassungen am Flugzeug oder den Triebwerken erforderlich. Der erste Flug der sechsmonatigen Testphase startete heute mit der Flugnummer LH013 von Hamburg aus in Richtung Frankfurt. Durch den Einsatz des Biokraftstoffes werden in diesem Zeitraum die CO 2 -Emissionen um rund 1500 Tonnen reduziert.

Die im Weltluftfahrtverband IATA zusammengeschlossenen Airlines wollen bis 2050 ihren CO 2 -Ausstoß halbieren. Biotreibstoffe sind hierfür nach Ansicht der Airlinemanager unverzichtbar. Denn im Gegensatz zu Eisenbahn und Auto sind Elektroantriebe keine Alternative. Batterien sind zu schwach und zu schwer, um im Flugzeugbau eingesetzt zu werden. Allerdings gibt es noch keine leistungsstarke Biotreibstoffindustrie. Deshalb haben sich jüngst 20 Unternehmen zusammengeschlossen, um nachhaltig erzeugte Biotreibstoffe für die Luftfahrtindustrie zu entwickeln. So ist alternatives „Kerosin“ noch eine Rarität. Größere Mengen stehen nicht zur Verfügung.

Lufthansa-Chef Christoph Franz sagte anlässlich des Beginns der Langzeiterprobung: „Lufthansa ist weltweit die erste Airline, die Biokraftstoff im regulären, täglichen Flugbetrieb einsetzt. Damit setzen wir unsere bewährte und erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie konsequent fort.“

Das entwicklungspolitische Netzwerk Inkota hat dagegen die Erprobung von Kerosin aus Energiepflanzen scharf kritisiert. Der Anbau der ölhaltigen Jatropha-Pflanze verschärfe in Ländern wie Mosambik Landkonflikte, hieß es bei Inkota in Berlin.

Inkota kritisierte, dass allein 2007 Investoren in Mosambik Lizenzen zur Erschließung von fünf Millionen Hektar Land beantragt hätten. Dies entspreche fast einem Siebtel der als „landwirtschaftlich nutzbaren Fläche.“