EU-Freizügigkeit

Der Ansturm aus Mittel- und Osteuropa bleibt aus

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit wird von weniger Arbeitsnehmern aus Mittel- und Osteuropa genutzt, als von vielen befürchtet. Rund 10.000 kamen seit dem 1. Mai.

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Etwa 10.000 Arbeitnehmer sind im ersten Monat nach Inkrafttreten der Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai 2011 aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland eingewandert. „Diese Zahl liegt leicht unter dem, was wir erwartet haben“, sagte Timo Baas, Migrationsforscher am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg der in Chemnitz erscheinenden „Freie Presse“.

Das Institut war von einem Zuzug von rund 100.000 Arbeitnehmern 2011 ausgegangen. Andere Einrichtungen hatten eine deutlich höhere jährliche Zuwanderung prognostiziert, das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln rund 370.000 Arbeitnehmer.

Dass der Zuzug verhalten anläuft, habe eine klare Ursache. Länder wie Großbritannien, Irland und Schweden hätten deutlich früher als Deutschland , nämlich schon 2004, Arbeitnehmern die freie Einwanderung ermöglicht. „Damals hat die Politik eine große Chance vertan, dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Der Wahlkampf spielte eine Rolle und die Tatsache, dass Deutschland rund fünf Millionen Arbeitslose hatte“, sagte Baas.