Aufatmen in Salzgitter

Kündigungen in deutscher Alstom-Fabrik vom Tisch

Der Kampf hat sich gelohnt: Der Bahntechnikkonzern Alstom will nun doch keine Jobs nach Polen verlagern. Doch die Arbeitnehmer machen auch Zugeständnisse.

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Für die 2500 Alstom-Arbeiter im niedersächsischen Salzgitter ist die Zeit der Unsicherheit endlich vorbei: Die IG Metall und das Management des französischen Bahntechnikherstellers haben sich auf ein Konzept zur Sicherung des Standorts geeinigt.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen demnach bis Ende August 2016 ausgeschlossen werden. 160 Stellen werden nach Gewerkschaftsangaben über ein freiwilliges Abfindungsprogramm abgebaut. Beschäftigte, die in den Ruhestand gehen, sollen nicht ersetzt werden.

Die IG Metall und das Unternehmen hatten monatelang verhandelt. Alstom wollte am Standort Salzgitter, wo der Konzern Schienenfahrzeuge und Einzelteile für Regionalzüge produziert, ursprünglich 700 Stellen streichen und den Stahl-Rohbau nach Polen verlagern. Gegen die Pläne hatten auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel, in dessen Wahlkreis das Werk liegt, protestiert.

Die Arbeitnehmerseite erklärte sich nun zu einer Halbierung des Urlaubsgeldes bereit, sollten die betriebswirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden. Die Partnerschaft mit dem polnischen Alstom-Standort in Kattowitz wird ausgebaut, aber die wichtigsten Aufgaben des Stahlrohbaus sollen in Salzgitter bleiben. Der Betriebsratsvorsitzende im Alstom-Werk, Bernd Eberle, sagte: „Die Kuh ist endlich vom Eis. Niemand fliegt raus und die Beschäftigten in Salzgitter können weiterhin gute Schienenfahrzeuge bauen.“

SPD-Chef Gabriel will sich nach der Einigung um Aufträge der Deutschen Bahn für den Bahntechnik-Hersteller bemühen. Gerade diese Aufträge aus Deutschland könnten die Arbeitsplätze in Salzgitter sicherstellen, sagte Gabriel.