Radikaler Umbau

Telekom will zwei Frauen in den Vorstand holen

Bisher war der Telekom-Vorstand ausschließlich mit Männern besetzt. Jetzt wurden zwei Frauen berufen. Der Umbau sorgt für Ärger.

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Telekom-Chef René Obermann will drei der bislang ausschließlich männlich besetzten Vorstandsposten an Frauen vergeben. Der Aufsichtsrat des Bonner Unternehmens berief die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin Marion Schick sowie die Unternehmensberaterin Claudia Nemat in das Führungsgremium. Nemat übernimmt im Oktober den Vorstandsbereich Europa, Schick wird im nächsten Jahr Personalchefin.

Gegen ihre Berufung protestierten bereits die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Noch nicht bekannt ist, wer das ebenfalls frei werdende Vorstandsressort für Recht und Datenschutz übernimmt. Auch hierfür will Konzernchef René Obermann eine Frau gewinnen.

Die Telekom hat acht Vorstandsressorts, die derzeit von sieben Männern geleitet werden. Deutschland-Chef Niek Jan van Damme führt das Europageschäft in Personalunion kommissarisch.

Besonders pikant ist die Neubesetzung für den Bereich Personal. Der bisherige Vorstand Thomas Sattelberger wird als geistiger Vater der Frauenquote bei der Telekom bezeichnet. Betriebsrat und Arbeitnehmervertreter hatten ihm mehrfach vorgeworfen, gegen die Interessen der Mitarbeiter zu handeln. Sie hatten sich daher gegen eine Verlängerung seines Vertrags ausgesprochen. Im Gespräch ist die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin Marion Schick.

Auch der bisherige Recht- und Compliance-Vorstand, Manfred Balz, soll nach dem Wunsch von Obermann von einer Frau abgelöst werden . Der 66-Jährige wird noch vor 2012 sein Amt niederlegen. Wer seine Nachfolge antritt, ist bisher öffentlich nicht bekannt. Unternehmenskreisen zufolge soll eine ehemalige Landespolitikerin in den Vorstand aufrücken.