Bilanz

WestLB kommt einfach nicht aus den roten Zahlen

Konzernumbau und Restrukturierung sind die krisengeschüttelte WestLB teuer zu stehen gekommen: Die Bank fährt 2010 einen Verlust von 240 Millionen Euro ein.

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Die krisengeschüttelte WestLB hat auch 2010 rote Zahlen geschrieben. Die Kosten des Konzernumbaus und beträchtliche Restrukturierungskosten sorgten unter dem Strich im vergangenen Jahr für einen Verlust von 240 Millionen Euro, wie die Bank mitteilte. Im Jahr 2009 hatte die Bank sogar einen Verlust von 531 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Kernbank habe ihre operative Ertragskraft aber weiter verbessert, sagte der WestLB-Vorstandsvorsitzende Dietrich Voigtländer. Hier fiel das Vorsteuerergebnis mit 446 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch aus wie im Vorjahr. Dabei profitierte die Bank auch vom Personalabbau. Die Zahl der Vollzeitarbeitskräfte sank im Zuge der von der EU erzwungenen Schrumpfung der Bank um 498 auf 4473.

EU erwartet Eigentümerwechsel der Landesbank

Die Bilanzpräsentation in Düsseldorf dürfte für das Geldinstitut die letzte in der bisherigen Form als Landesbank gewesen sein. Denn nach den EU-Auflagen muss die Bank zum Ausgleich für die von der öffentlichen Hand in den vergangenen Jahren erhaltenen Milliardensubventionen nicht nur drastisch schrumpfen, sondern bis zum Jahreswechsel auch den Eigentümer wechseln.

Bereits im Februar hatten die Bundesregierung, die WestLB-Eigentümer und die Bank der EU-Kommission dazu mehrere Konzepte vorgelegt. Als wahrscheinlichste Lösung gilt derzeit eine Zerschlagung der WestLB. Von der heutigen WestLB würde dabei nur eine Verbundbank mit einem Bilanzvolumen von bis zu 45 Milliarden Euro erhalten bleiben, die in das Eigentum der Sparkassen-Finanzgruppe übergehen würde. Die anderen Teile der Bank würden entweder verkauft oder in die „Bad Bank“ ausgelagert. Andere Alternativen wären ein Komplettverkauf oder eine weitere drastische Schrumpfung der Bank.