Schweizer Großbank

Ex-Bundesbanker Weber soll UBS-Chef werden

Ex-Bundesbankchef Axel Weber wechselt zwar nicht zur Deutschen Bank. Doch die Schweizer UBS will ihn haben. Dort soll der 54-Jährige Präsident werden.

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Überraschender Wechsel in die Schweiz: Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber (54) soll Präsident der Großbank UBS werden. Der UBS-Verwaltungsrat werde der Generalversammlung im Mai 2012 vorschlagen, Weber in den Verwaltungsrat zu wählen, teilte die Bank mit. Für den Fall seiner Wahl sei Weber als vollamtlicher Vizepräsident vorgesehen. Nach dem ersten Amtsjahr solle er im Jahr 2013 dann die Nachfolge von Präsident Kaspar Villiger antreten.

Weber hatte nach Informationen von Morgenpost Online für seinen Wechsel zur UBS bereits am Donnerstag die Genehmigung der Bundesbank beantragt. Finanzkreisen zufolge hat der Ex-Bundesbanker den entsprechenden Antrag in Frankfurt am Main gestellt. Der Bundesbank-Vorstand wird nun darüber entscheiden müssen, ob Weber im Mai nächsten Jahres in den Verwaltungsrat der Schweizer Großbank wechselt.

Damit steht der Ex-Bundesbanker, der die Zentralbank am 30. April 2011 vorzeitig verließ, nicht mehr für den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bank zur Verfügung, für den er in den vergangenen Monaten als Kandidat gehandelt wurde. Den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Börsig soll Weber nach Informationen von "Morgenpost Online“ in den vergangenen Tagen über seine Pläne für einen Wechsel zur UBS informiert haben. Ackermann hatte den früheren Notenbanker für seine Nachfolge favorisiert. Die Bundesbank wollte die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

Weber hatte die Bundesbank seit April 2004 geführt und galt lange als Kandidat für den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Doch er isolierte sich mit seiner Kritik am EZB-Kurs in der Staatsschuldenkrise international und kündigte schließlich im Februar seinen vorzeitigen Rückzug an. Im Anschluss an seine Bundesbank-Zeit ging Weber als Gastprofessor nach Chicago.

Weitere häufig für den Chefposten der Deutschen Bank genannte Kandidaten sind der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Reto Francioni, sowie der Finanzvorstand des Versicherungsriesen Allianz, Paul Achleitner. Von den aktuellen Deutsche-Bank-Vorständen gilt der oberste Investmentbanker der Deutschen Bank, Anshu Jain, als Kronprinz. Auch Risikovorstand Hugo Bänziger werden Chancen eingeräumt. Ackermann hat noch einen Vertrag bis zur Hauptversammlung 2013.