Versicherung

Ergos große Entschuldigung nach dem Sex-Skandal

Nach Sexskandalen und Berichten über falsche Riester-Verträge entschuldigt sich der Versicherungskonzern Ergo im großen Stil: In einer Zeitungsanzeige gelobt er Besserung.

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Nach Sex-Skandal und 14.000 fehlerhaften Riester-Verträgen hat sich die Ergo-Versicherung in großen Zeitungsanzeigen entschuldigt. Es sei eine einmalige Aktion, ehe in der kommenden Woche die zunächst zurückgefahrene Werbekampagne weitergehe, sagte ein Ergo-Sprecher in Düsseldorf.

In der ganzseitigen Zeitungsanzeige heißt es in großen roten Lettern: „Wenn Menschen Fehler machen, entschuldigen sie sich. Wenn Unternehmen Fehler machen, unternehmen sie etwas dagegen. Darum tun wir beides.“ Das Unternehmen versichert, es arbeite intensiv an der Aufklärung der Vorwürfe. Es würden Maßnahmen ergriffen, um solche Fehler künftig zu vermeiden. Nachteile würden ausgeglichen. Eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sei beauftragt, die Sachverhalte zu untersuchen und zu beurteilen. „Ungewöhnliche Situationen erfordern eben auch ungewöhnliche Maßnahmen“, sagte der Ergo-Sprecher.

Weitreichende Maßnahmen

Der Versicherungskonzern warb zudem um das Vertrauen seiner Kunden. Er versprach, „intensiv“ an der Aufklärung aller Vorwürfe zu arbeiten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers solle die Vorwürfe umfassend untersuchen. Durch „weitreichende Maßnahmen“ sollten derlei Fehler in der Zukunft ausgeschlossen werden.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Verfehlungen bei Ergo bekannt geworden. Enthüllungen über eine Lustreise nach Budapest hatten im Mai für Aufsehen gesorgt. 100 verdiente Mitarbeiter und Vertriebspartner der Hamburg-Mannheimer (HMI) – sie ging 2010 in der Ergo auf – hatten im Jahr 2007 auf Kosten der Versicherung an einer Feier mit Prostituierten in Budapest teilgenommen. Die Kosten für die Sex-Party beliefen sich auf 83.000 Euro, wie Ergo im Mai mitteilte.

Im Juni wurde bekannt, dass die HMI zahlreiche Riesterverträge falsch berechnet hatte – zu Ungunsten der Versicherten. Mehr als eine Woche später gab Ergo zu, dass die HMI im zweiten Halbjahr 2005 bei rund 14.000 Riester-Kunden „offensichtlich ein fehlerhaftes Formular“ verwendet hatte. Demnach waren auf den Formularen niedrigere Verwaltungskosten ausgewiesen als die Versicherung tatsächlich kassiert hatte.