Ifo-Index

Deutsche Wirtschaft trotzt der Finanzkrise

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni entgegen der Erwartungen leicht verbessert. Der Ifo-Geschäftsklima-Index stieg auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni entgegen den Erwartungen leicht verbessert. Der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, der Ifo-Geschäftsklimaindex, stieg auf 114,5 Punkte, wie das Münchner Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mitteilte. Im Mai war der Index stabil bei 114,2 Punkten geblieben, nachdem er zuvor zweimal nacheinander etwas gesunken war.

„Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem robusten Aufschwung“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Volkswirte hatten für Juni einen Rückgang auf 113,5 Punkte prognostiziert. Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7.000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate bewerten.

Sinn erklärte, die Unternehmen bewerteten ihre momentane Geschäftslage deutlich positiver als im Mai. Ihre Geschäftserwartungen seien zwar erneut etwas weniger optimistisch, blieben aber zuversichtlich.

Laut Ifo ist das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe unverändert gut. Die Industrieunternehmen seien aber hinsichtlich des Exports bei weitem nicht mehr so optimistisch wie bisher. Sie wollten die Mitarbeiterzahl etwas zurückhaltender aufstocken. Merklich aufgehellt habe sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe, habe die Umfrage weiter ergeben.

Im Handel sei die Tendenz uneinheitlich. Während der Geschäftsklimaindex im Einzelhandel gesunken sei, sei er im Großhandel deutlich gestiegen.