Geldabheben

Kartellamt will Gebühren an Bankautomaten senken

Geldabheben an Automaten fremder Banken soll in Zukunft billiger werden. Das fordert der Kartellamt-Chef Andreas Mundt und droht Instituten, die die Gebühren nicht senken wollen, mit rechtlichen Konsequenzen.

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Das Bundeskartellamt hält die Gebühren für das Geldabheben an Automaten fremder Banken für immer noch zu hoch – vor allem in ländlichen Regionen, wo die Kunden nur schwer ausweichen können. „Sollte sich das nicht ändern, bleibt die Einleitung von Verfahren eine Option“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Freitag . In den Städten hingegen entfalteten die auf Druck der Behörde eingeführten Neuregelungen eine „gewisse Wirkung“.

Die Banken teilen fremden Kunden seit Beginn des Jahres vor dem Geldabheben mit, wie teuer dies für sie wird. Auf diese Weise soll jeder teure Automaten meiden können, und der Wettbewerb zwischen den Banken sollte so für insgesamt niedrigere Gebühren sorgen. Die Privatbanken einigten sich zudem auf eine einheitliche Obergrenze von 1,95 Euro. Im Durchschnitt sind die Gebühren tatsächlich gesunken. Zahlreiche Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken verlangen aber immer noch hohe Gebühren fürs Fremdabheben.

Das Kartellamt hatte die im vergangenen Sommer angedrohten Verfahren gegen die Banken zunächst zurückgestellt, um abzuwarten, wie sich die Neuregelungen auswirken. Derzeit läuft laut Bericht noch eine Datenabfrage der Behörde. Mehr als 500 Sparkassen und Genossenschaftsbanken stehen unter Beobachtung des Kartellamtes. Sie soll bis August abgeschlossen sein. Diese Auswertung werde über das weitere Vorgehen entscheiden, kündigte Mundt an. Die Gebühr der Privatbanken sei dabei „eine wichtige Richtschnur“.