PC-Schädlinge

Baukasten-Prinzip vermehrt Viren explosionsartig

Die Zahl der entdeckten PC-Schädlinge hat sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr verhundertfacht, sagen Sicherheitsexperten. Schuld ist offenbar das Baukasten-Prinzip.

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Im laufenden Jahr haben Computer-Sicherheitsexperten fast 340.000 verschiedene Viren-Arten identifiziert – 100 Mal mehr als im Vorjahr. Der massive Anstieg geht auf das Auftauchen von sogenannten polymorphen Programmvariationen zurück, wie die Sicherheitsfirma Symantec berichtet. Dabei werden Programmierbaukästen eingesetzt, um eine neue Variante eines bereits bekannten, schädlichen Codes zu erzeugen.

Hacker und Cyber-Kriminelle experimentieren außerdem ständig neuen Techniken, um mit frischen Spam-Kampagnen zu überraschen, stellt Symantec in seinem Jahresbericht fest.

Zu den auffälligsten Erscheinungen zählen die Security-Spezialisten die Zunahme gezielter Attacken auf einzelne Rechenzentren oder Organisationen. Diese Angriffe sind zuerst vor etwa fünf Jahren beobachtet worden. Gekaperte PCs werden dabei von Angreifern zu „Bot-Netzen“, Gruppen von durch den Eigentümer nicht mehr kontrollierbaren Robotern, zusammengeschaltet. Damals verfolgte Symantec etwa einen Fall pro Woche. In diesem Jahr musste das Unternehmen täglich rund 60 solcher Attacken abwehren und rechnet mit einer weiteren Eskalation.

Künftig wird immer mehr Gefahr von neuen Tarnmethoden der Cyber-Angreifer ausgehen. Symantec rechnet dabei mit einer Zunahme von stenografischen Methoden, bei denen schädlicher Code in Bildern oder Musikdateien versteckt und so getarnt verschickt wird. Da diese häufig über soziale Netzwerke und Nachrichtensysteme weiterwandern, greifen in vielen Fällen auch die Sicherheitsvorkehrungen der Internet-Provider nicht mehr, warnt Symantec.