RIM

Der Blackberry verliert rasant Weltmarktanteile

Die Konkurrenten Apple und Google machen dem Blackberry-Hersteller Research in Motion mehr zu schaffen als gedacht. Jetzt soll der Tablet-Computer Playbook das Unternehmen wieder nach vorne bringen.

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Der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) leidet stärker unter seinen Konkurrenten Apple und Google als erwartet. Im April hatte der Blackberry-Hersteller seine Absatz- und Gewinnerwartung für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2011 (28. Mai) gesenkt, jetzt blieb er sogar hinter diesen Zahlen zurück. Der Gewinn schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent. Zum ersten Mal seit 2005 verkaufte der Hersteller sogar weniger Blackberrys als in einem Vorquartal.

Im Kampf um die Machtverhältnisse im Markt für internetfähige Handys kommt RIM damit zunehmend unter die Räder. Nach den Zahlen des Marktforschers Gartner rutschte der Hersteller binnen eines Jahres von 19,7 Prozent auf nunmehr nur noch 12,9 Prozent Marktanteil ab. Eine schnelle Besserung erwartet selbst RIM nicht. Das Unternehmen senkte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Man werde "seinen Geschäftsbetrieb straffen, dazu gehört auch eine Verringerung der Mitarbeiterzahl". RIM beschäftigt 17.500 Mitarbeiter.

RIM setzt große Hoffnungen auf seinen Tablet-Computer Playbook, der seit Ende April in den Vereinigten Staaten verkauft wird. In diesen Tagen kommt es auch in Deutschland auf den Markt. 500.000 dieser Geräte wurden bisher ausgeliefert. Wie viele davon tatsächlich verkauft wurden, sagte das Unternehmen nicht. Apple verkaufte zuletzt in einem Quartal 4,7 Millionen iPads.

Das Blackberry ist vor allem bei Geschäftskunden beliebt, weil sich die Geräte sicher und komfortabel in die E-Mail-Systeme der Firmen einbinden lassen. RIM schaffte es aber nicht, Privatnutzer für seine Geräte zu begeistern. Beobachter stellen schon die Frage, wie lange der Blackberry-Hersteller unabhängig bleibt. Mit dem sinkenden Aktienkurs - derzeit ist das Unternehmen weniger als 20 Milliarden Dollar wert - könnte RIM zu einem Übernahmekandidat werden. Als möglicher Käufer käme Microsoft infrage.