Fahrzeugsicherheit

Schlechte Noten für Deutschlands Tüv und Dekra

Seit mehreren Jahren läuft eine Studie über die Qualität der Fahrzeugüberwachung. Erschütterndes Ergebnis: Nur rund ein Drittel der Mängel fanden die Prüfer an den präparierten Fahrzeugen.

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Der Abschlussbericht einer der umfangreichsten Studien, die das Verkehrsministerium je in Auftrag gegeben hat, ist mehr als brisant. Die Bundeanstalt für Straßenwesen (BASt) sollte die Qualität der Kfz-Überwachungsinstitutionen bewerten. Den Tüv und die Dekra also. Und zwar in allen Bundesländer.

Insgesamt wurden über die Jahre sechs Testreihen durchgeführt. 20 Fahrzeuge wurden vorsätzlich mit Mängeln manipuliert und den Ingenieuren zur HU (Hauptuntersuchung) zugeführt.

Das ganze begann bereits im Jahr 2006. Tüv und Dekra fanden jedoch nur 35 Prozent der Manipulationen. Die Plakete gab es trotzdem.

Mängel wurden nicht behoben

Besonders dreist ein Fall, bei dem nicht die Prüfingenieure die Untersuchung durchführten, sondern das Werkstattpersonal verantwortlich untersuchte. Ganze Teile von Prüfungen wurden einfach weggelassen, die Autos trotzdem abgenommen. Obendrauf gabs die Prüfplakette bei den mehr als 300 Qualitätskontrollen.

Angaben zur Art der eingebauten Mängel wurden im Bericht nicht gemacht. Ob Bremssysteme oder die Lenkung manipuliert wurden lässt sich nicht klären.

In den letzten Jahren ist die Qualität auf über 75 Prozent erkannter Mängel gestiegen – wird aber immer noch als "nicht zufriedenstellen" bewertet.

Ein internes Kommunikationspapier führt die Mängel zwar auf, wirkt aber eher beschwichtigend. Tüv und Dekra sollten hier schonungslos zur Aufklärung der unglaublichen Fälle beitragen – mit oder ohne Plakete.