Krankenkasse

City-BKK-Kunden drohen Leistungseinbußen

Bis Ende dieses Monats müssen noch rund 66.000 Mitglieder der City BKK sich eine neue Krankenkasse suchen. Tun sie das nicht, ist der Versicherungsschutz gefährdet.

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Das Chaos um die Pleite-Krankenkasse City BKK nimmt kein Ende. Obwohl das Bundesversicherungsamt schon vor einem Monat beschlossen hat, die Kasse zum 1. Juli zu schließen, gibt es noch immer offene Fragen. Beispielsweise ist derzeit unklar, wer Mitgliedern der City BKK das Kranken- oder Pflegegeld zahlt, wenn sie sich nicht rechtzeitig bis Anfang Juli eine neue Kasse suchen. Unter Umständen kann es dann auch Schwierigkeiten beim Arztbesuch geben. Mitglieder der City BKK müssten die Behandlung zunächst selbst bezahlen.

Das Bundesgesundheitsministerium beteuert zwar, dass der Versicherungsschutz aller Versicherten der City BKK „lückenlos gewährleistet“ sei. Niemandem gehe der Anspruch auf irgendeine Leistung verloren, sagte ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Er gab aber zu, dass eine Geldleistung wie das Krankengeld möglicherweise nicht fortlaufend gezahlt werde. Es könne zu Unterbrechungen kommen, wenn Mitglieder der City BKK sich nicht bis Anfang Juli eine neue Kasse suchten.

Das Bundesversicherungsamt schließt die City BKK zum 1. Juli, weil sie finanziell am Ende ist. Die bisher 136.000 Mitglieder müssen sich eine neue Kasse suchen. Nach Auskunft des Verbands der Betriebskrankenkassen haben dies bisher erst rund 70.000 getan. Die anderen sollen in den nächsten Tagen noch einmal per Brief dazu aufgefordert werden, zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln. Um den Wechsel so einfach wie möglich zu gestalten, soll dem Brief ein Formular beigefügt werden, auf dem die neue Kasse einfach angekreuzt werden kann.

Wer nicht von sich aus wechselt, wird von seinem Arbeitgeber, von der Arbeitsagentur oder dem Rentenversicherungsträger einer neuen Kasse zugewiesen. Weil dies Zeit kostet und erst dann stattfindet, wenn die City BKK schon geschlossen ist, könnten die genannten Verzögerungen bei der Zahlung von Geldleistungen eintreten. Auch sind die Versichertenkarten der City BKK ab dem 1. Juli nicht mehr gültig. Ärzte könnten demnach für die Behandlung eine Privatrechnung ausstellen. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung versicherte, man lasse die Patienten nicht im Regen stehen: „Wir sind bereit, mit den Kassen unbürokratische Lösungen zu finden.“