Autobauer

Angebliche Verkaufspläne für Opel - GM schweigt

Noch im Mai hatte General Motors (GM) noch bekräftigt, Opel zurück auf den Gewinnkurs führen zu wollen. Nun steht die deutsche Tochter nach übereinstimmenden Medienberichten doch zum Verkauf. Der Opel-Betriebsrat fordert ein klares Dementi von GM.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Opel kommt nicht zur Ruhe: Zwei Jahre nach den Turbulenzen um einen möglichen Verkauf erwägt die Konzernmutter General Motors Medienberichten zufolge erneut, sich von ihrer Rüsselsheimer Tochter zu trennen.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hat Berichte über einen angeblich anstehenden Verkauf des deutschen Autobauers als haltlos bezeichnet. Stracke wies entschieden zurück, dass sich die Opel-Mutter General Motors (GM) womöglich von der deutschen Tochter trennen wolle. In einer E-Mail an die Opel-Belegschaft sprach Stracke von Gerüchten. Darin heißt es: „Dazu möchte ich ganz deutlich festhalten, dass es sich bei diesem Bericht um reine Spekulation handelt. Dies ist auch konzernweit so abgestimmt.“

Offiziell wollte sich Opel dazu nicht weiter äußern. Ein Opel-Sprecher sagte, es handle sich um eine „reine Spekulation“. Das Unternehmen werde solche Meldungen – wie in diesen Fällen grundsätzlich üblich – nicht kommentieren.

Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nannte die Berichte spekulativ. Franz sagte zugleich: „Wenn man vor einem Jahr noch entschieden hat, Opel nicht zu verkaufen, dann vermisse ich jetzt ein eindeutiges Dementi bei solchen Spekulationen.“ Er kritisierte, dass die GM-Zentrale in Detroit die Berichte nicht klar zurückweise.

„Auto Bild“ und der „Spiegel“ berichten übereinstimmend von angeblichen GM-Plänen für einen Verkauf des noch immer defizitären Autobauers Opel. GM-Manager seien zunehmend verärgert, dass das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfährt. Laut „Spiegel“ und „Auto Bild“ gelten als mögliche Opel-Käufer Volkswagen sowie chinesische Autobauer.

Den Berichten zufolge ist Opel für die US-Mutter aus zweierlei Gründen zunehmend verzichtbar: Erstens glaube GM, den Markt der Klein- und Kompaktwagen mit koreanischen Schwestermodellen bestücken zu können. Zweitens könne die bisher von Opel belieferte Mittelklasse in Europa relativ zügig durch eigene Modelle der GM-Hausmarke Chevrolet ersetzen werden.

2009 hatte es bereits Bestrebungen von GM gegeben, Opel zu verkaufen – ein Deal mit dem österreichischen Zulieferer Magna platzte aber kurz vorm Ziel. Der Beinahe-Verkauf und mögliche Hilfen des Bundes für den tief in roten Zahlen steckenden Traditionsautobauer hatten monatelang zu einem zähen politischen Ringen geführt.

Im Mai hatte GM jedoch noch bekräftigt, Opel zurück auf den Gewinnkurs zu führen und an dem deutschen Traditionsautobauer auf jeden Fall festzuhalten. Die moderne Opel-Technologie gilt als zukunftsträchtig für GM.