Iata-Tagung

Interpol-Chef kommt mit falschem Lufthansa-Ausweis

Der Luftfahrtverband Iata verlangt eine internationale Datenbank für gestohlene Reisepässe. Damit könnten Terroranschläge verhindert werden.

Foto: picture alliance / DPPI

Mit einem gefälschten Lufthansa-Ausweis hat Interpol-Chef Ronald Noble in Singapur auf Tücken bei der Sicherheit im Flugverkehr hingewiesen.

Bei der Jahrestagung des Weltluftfahrtverbandes Iata zog Noble bei einer Podiumsdiskussion über Airline-Sicherheit einen Lufthansa-Mitarbeiterpass aus der Tasche, mit seinem Foto, eingeschweißt und auf Entfernung täuschend echt. Seine Kollegen hätten den Ausweis auf dem Schwarzmarkt in Bangkok für 100 Dollar gekauft.

Noble wäre mit einem solchen Ausweis bei der Lufthansa nicht weit gekommen, sagte Pressesprecher Frank Püttmann. Die echten Ausweise enthielten Sicherheitsmerkmale, die nicht kopierbar seien.

Nach Angaben von Noble wird nur die Hälfte der Pässe aller international reisenden Passagiere mit Verbrecherdateien abgeglichen. "Fast eine halbe Milliarde Passagiere wird nicht geprüft“, sagte er. Bei den überprüften Passagieren seien im vergangenen Jahr 40.000 gestohlene oder vermisst gemeldete Reisepässe entdeckt worden.

Noble machte sich für eine gemeinsame Datenbank der Airlines stark. "Der erste Anschlag auf das World Trade Center in New York wäre damit verhindert worden“, sagte Noble . Einer der Attentäter von 1993 war mit einem gefälschten Pass in den USA eingereist.