Baden-Württemberg

Bester Abiturient des Landes hat keinen Studienplatz

Akademischer Bildungs-Wahnsinn: Mit einem Spitzen-Abi in der Tasche meinte der 19-Jährige, ein Medizinstudium sicher zu haben. Doch weit gefehlt.

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Immer mehr Schüler schaffen ein Einser-Abitur. Unter dem Einser-Notendurchschnitt zu bleiben, ist jedoch noch immer wenigen vorbehalten. So zum Beispiel Vadim Vodovazov, der mit der Note 0,7 im vergangenen Jahr der beste Abiturient Baden-Württembergs war.

Trotzdem kann vorerst nicht studieren: Er habe, so Vodovazov, keinen Studienplatz für Medizin in Heidelberg bekommen. Der 19-Jährige hatte zwar 898 von 900 möglichen Punkten erhalten und damit mit einem Schnitt das beste Einser-Abitur im Land. Bei seiner Bewerbung um einen Studienplatz hatte er sich darauf verlassen, dass 20 Prozent der Studienplätze ohnehin an die Jahrgangsbesten vergeben werden. Wegen der vielen Einser-Abiturienten wurden die Plätze jedoch ausgelost – und Vodovazov hatte kein Glück.

Auch bei der direkten Vergabe durch die Universität Heidelberg bekam er keinen Platz: Hier zählte die Abiturnote nur zu 51 Prozent. Auf den freiwilligen Medizinertest, mit dem sich die Bewerber zusätzlich qualifizieren können, hatte Vodovazov verzichtet. An anderen Hochschulen schließlich hatte er sich gar nicht erst beworben.