Investition

BMW baut neue Hauptstadt-Repräsentanz

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Nikolaus Doll

Foto: BMW

BMW baut eine neue Berlin-Niederlassung am Kaiserdamm in Charlottenburg. Der Autokonzern investiert 65 Millionen Euro in den Gebäudekomplex. Baubeginn ist im Herbst, die Eröffnung 2014.

BMW hat nachzählen lassen: Wie viele Fahrzeuge passieren jeden Tag die großen Knotenpunkte in der Hauptstadt? Ein Ergebnis war, dass täglich 130.000 Autos die Autobahn nördlich des Funkturms entlangfahren, 48.000 den Kaiserdamm und rund 27.000 den Messedamm in Berlin-Charlottenburg. Das ist eine Menge, und weil an der Ecke Kaiserdamm/Messedamm auch noch ein Grundstück frei ist, wird der Münchener Automobil- und Motorradhersteller dort seine neue Hauptstadt-Niederlassung errichten. „Von dem Neubauprojekt an einem der verkehrsstarken Standorte erwarten wir äußerst positive Auswirkungen für das Geschäft unserer Niederlassung“, sagt Hans-Reiner Schröder, Leiter der BMW Niederlassung Berlin.

Im Herbst sollen die Arbeiten auf dem Gelände beginnen, die Eröffnung der Hauptstadt-Repräsentanz ist in der ersten Hälfte 2014 geplant. Dann sollen die 257 Mitarbeiter von der derzeitigen Niederlassung an der Huttenstraße in Tiergarten, die aufgegeben wird, umziehen. Das 1968 erworbene Areal war den Münchenern zuletzt zu klein, das Gebäude nicht mehr modern genug. Mercedes und Audi haben mit ihren Repräsentanzen in Berlin Maßstäbe gesetzt.

65 Millionen Euro investiert BMW in den Neubau. Dort werden Autos der Marke BMW und Mini ausgestellt, außerdem Motorräder, die der Konzern in Werk Spandau produziert. Der Neubau soll daher von einem Motorrad-Zentrum am Messedamm eingerahmt werden und einen separaten gläsernen Verkaufswürfel für Mini-Kleinwagen am Kaiserdamm bekommen.

Die Ausstellungsfläche für Fahrzeuge verdoppelt sich mit dem Umzug, unter anderem können Kunden dort künftig bis zu 150 Gebrauchtwagen unter die Lupe nehmen. Für Service ist auch mehr Platz, der neue Standort verfügt über fünf Dialogannahmen mit 36 Hebebühnen. „Wir wollen in der Hauptstadt neue Akzente setzen und das Erscheinungsbild der Marken BMW und Mini verbessern“, sagt BMW-Vertriebschef Karsten Engel. „Berlin ist für die BMW Group ein strategisch wichtiger Standort. Die heute angekündigte Investition ist ein klares Bekenntnis der BMW Group zu Berlin.“ In Berlin läuft das Geschäft für den Konzern überdurchschnittlich gut. 1319 Autos haben die Münchener in den ersten vier Monaten dieses Jahres in der Hauptstadt verkauft. Im Gesamtjahr 2010 waren es 4337.

BMW hatte bereits 2008 verkündet, eine neue Zentrale in Berlin bauen zu wollen. Anfang vergangenen Jahres hieß es dann, man habe das Projekt wegen der Wirtschaftskrise auf unbestimmte Zeit verschoben. Was nun verwirklicht werden soll, ist von der Quadratmeterzahl etwas größer als in den Ursprungsplänen vorgesehen – zugleich aber deutlich billiger. BMW hatte vor zwei Jahren angekündigt, 80 Millionen Euro in den neuen Standort stecken zu wollen. An der Stelle der neuen BMW-Vertretung stand früher die Landesversicherungsanstalt Berlin. Diese hatte ihr Verwaltungsgebäude in den 80er Jahren aufgegeben. Pläne der Berliner Volksbank, dort zu bauen, wurden nicht umgesetzt.