Preisanstieg

April ist teuerster Lebensmittel-Monat seit 2008

Eine solche Kostenexplosion gab es zuletzt 2008: Die Preise für Lebensmittel stiegen im April um mehr als 7 Prozent. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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Die Deutschen müssen sich auf steigende Kosten für Lebensmittel einstellen: Molkereien, Schlachthöfe, Röstereien und andere Produzenten von Nahrungsmitteln hoben ihre Preise im April so stark an wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Sie legten um durchschnittlich 7,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Einen stärkeren Anstieg hat es zuletzt im August 2008 mit acht Prozent gegeben“, hieß es. Die Preise für Butter sowie Frucht- und Gemüsesäfte schossen um mehr als ein Drittel nach oben. Kaffee kostete 17,8 Prozent mehr, Fleisch (ohne Geflügel) 10,6 Prozent mehr.

Ein Grund für den steilen Aufwärtstrend sind höhere Preise für Agrarrohstoffe an den Weltmärkten. Arabica-Kaffee verteuerte sich von Jahresanfang bis Ende April um knapp ein Viertel, während Mais fast 15 Prozent mehr kostete.

Neben Energie sorgen vor allem Nahrungsmittel damit für anziehende Erzeugerpreise. Diese zogen um durchschnittlich 6,4 Prozent an. Einen kräftigeren Anstieg hatte es zuletzt im Oktober 2008 mit 7,3 Prozent gegeben. Verglichen mit dem Vormonat legten die Preise um ein Prozent zu und damit doppelt so stark wie von Analysten prognostiziert.

Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, weil der Handel höhere Kosten zumindest teilweise an seine Kunden weitergibt. Die Inflationsrate hatte im April mit 2,4 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Die Bundesregierung rechnet auch fürs Gesamtjahr mit einer Teuerungsrate in dieser Größenordnung.

Größter Preistreiber war erneut die Energie, die sich binnen eines Jahres um 11,8 Prozent verteuerte. Leichtes Heizöl kostete 27,2 Prozent, Diesel 16,8 Prozent und Benzin 10,9 Prozent mehr. Für Strom wurden 8,5 Prozent mehr verlangt. Bei Erdgas gab es einen Aufschlag von 15 Prozent.