Inflation

Preise für Lebensmittel steigen heftig

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Die Preise in Deutschland steigen: Kaffee zum Beispiel ist innerhalb eines Jahres mehr als 17 Prozent teurer geworden - was nicht einmal das höchste Preisplus bei Lebensmitteln ist. Energie - Heizöl, Gas, Strom - kostet ebenfalls deutlich mehr.

Die sogenannten Erzeugerpreise in Deutschland sind deutlich gestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtet: Vom April 2010 bis zum April 2011 legten die Preise für Rohstoffe und Industrieprodukte, die in Deutschland hergestellt und verkauft werden, um insgesamt 6,4 Prozent zu. Im Vergleich zum März dieses Jahres bedeutete dies ein Plus um ein Prozent. Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, weil der Handel höhere Kosten zumindest teilweise an seine Kunden weitergibt. Die Inflationsrate hatte im April mit 2,4 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Die Bundesregierung rechnet auch fürs Gesamtjahr mit einer Teuerungsrate in dieser Größenordnung.

Allgemein ziehen die Preise in Deutschland derzeit stark an: Im vergangenen Monat kletterte die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt um 2,4 Prozent. Und das merkt auch der Normalverbraucher. Besonders große Preissprünge registrierten die Statistiker aus Wiesbaden bei einigen Lebensmitteln:

  • Bei Frucht- und Gemüsesäften stieg der Durchschnittspreis innerhalb von zwölf Monaten um 36,5 Prozent ;
  • Butter (und andere Fette aus Milche) legten im selben Zeitraum beim Preis um 34,9 Prozent zu
  • Kaffee ist innerhalb eines Jahres um 17,8 Prozent teurer geworden
  • Fleisch (mit Ausnahmen von Geflügelfleisch) kostet rund 10,6 Prozent mehr.

Molkereien, Schlachthöfe, Röstereien und andere Produzenten von Nahrungsmitteln hoben ihre Preise im April so stark an wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Sie legten um durchschnittlich 7,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Einen stärkeren Anstieg hat es zuletzt im August 2008 mit acht Prozent gegeben“, hieß es.

Ein Grund für den steilen Aufwärtstrend sind höhere Preise für Agrarrohstoffe an den Weltmärkten. Arabica-Kaffee verteuerte sich von Jahresanfang bis Ende April um knapp ein Viertel, während Mais fast 15 Prozent mehr kostete. Neben Energie sorgen vor allem Nahrungsmittel damit für anziehende Erzeugerpreise. Diese zogen um durchschnittlich 6,4 Prozent an. Einen kräftigeren Anstieg hatte es zuletzt im Oktober 2008 mit 7,3 Prozent gegeben. Verglichen mit dem Vormonat legten die Preise um ein Prozent zu und damit doppelt so stark wie von Analysten prognostiziert.

Größter Preistreiber war erneut die Energie, die sich binnen eines Jahres um 11,8 Prozent verteuerte. Leichtes Heizöl kostete 27,2 Prozent, Diesel 16,8 Prozent und Benzin 10,9 Prozent mehr. Für Strom wurden 8,5 Prozent mehr verlangt. Bei Erdgas gab es einen Aufschlag von 15 Prozent.