Banken-Krise

Lehman-Tochter entschädigt nur Profi-Anleger

Fortschritte im Lehman-Konkursverfahren: Die früheren Kunden der europäischen Lehman-Tochter erhalten bis März 2010 elf Milliarden Euro. Die Entschädigung erhalten nur Banken, Hedgefonds, Firmen und institutionelle Kunden. Deutsche Kleinanleger, die Lehman-Zertifikate gekauft hatten, bleiben außen vor.

Foto: Getty Images

Mehr als ein Jahr nach ihrem Zusammenbruch kommt die Abwicklung der US-Investmentbank Lehman in Europa einen großen Schritt voran. Ehemalige Kunden der europäischen Tochter Lehman Brothers International (LBIE) stimmten einer Schadensregelung zu, unter der bis März eingefrorene Anlagen im Umfang von elf Milliarden Dollar freigegeben werden können. Entschädigung erhalten Banken, Hedgefonds, Unternehmen und andere institutionelle Kunden von Lehman Brothers.

Die deutschen Privatanleger, die vor allem Zertifikate des Geldhauses hielten, sind dagegen von den Rückzahlungsplänen nicht betroffen. Sie müssen weiter auf gerichtlichem Wege versuchen, ihr Geld zurückzubekommen, oder auf freiwillige Entschädigungen der Banken hoffen, die solche Lehman-Papiere verkauft haben.

"Die Vereinbarung schafft die Basis dafür, dass die Ansprüche der Kunden grundsätzlich beglichen werden können und sie Vermögenswerte zurückhalten", erklärte die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die das in London ansässige Europageschäft der Bank abwickelt. 90 Prozent der betroffenen Anleger mussten den Modalitäten bis zum 29. Dezember zustimmen, damit die Auszahlungen beginnen können.

Als Lehman im September 2008 pleiteging, verwaltete LBIE rund 32 Milliarden Dollar. Davon wurden inzwischen 13,3 Milliarden Dollar zurückerstattet. Der Rest blieb wegen der laufenden Konkursverfahren für die verschiedenen Unternehmen unter dem Dach der US-Mutter Lehman Brothers Holdings eingefroren.

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