Schuldenkrise

Letzte Chance für Merkel, Sarkozy und den Euro

Nach Weihnachten müssen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy eine Antwort auf die Eurokrise gefunden haben – sonst wird es stürmisch.

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Frankreich und Deutschland suchen den Schulterschluss für einen starken Euro.

Video: Reuters
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Wirklich schlau wird man aus dem Ergebnis der deutsch-französischen Konsultationen nicht. Zwar unterstützt Präsident Sarkozy vordergründig die ablehnende Haltung der Bundeskanzlerin in Sachen Euro-Bonds. Definitiv – endgültig schließt er ein solches Instrument aber nicht aus. Man darf durchaus gespannt sein, wie das Ringen um die Zukunft der Gemeinschaftswährung auf dem EU-Gipfel nächste Woche ausgehen wird.

Vielleicht sollten sich die europäischen Spitzenpolitiker aber auch einfach ein wenig länger Zeit nehmen, um mehr zu erreichen, als eine neuerliche Rettungsaktion zur kurzfristigen Beruhigung der Märkte. Vieles spricht dafür, dass die kommenden Wochen an den Devisen- und Anleihemärkten etwas ruhiger werden.

Die ersten Investoren beginnen ihre Bücher für das Jahr 2010 zu schließen, der Emissionskalender wird dünn und viele Händler treffen sich in den nächsten Wochen vor allem auf den Skipisten. Der Politik könnte dies bis in die ersten Januarwochen hinein eine gewisse Atempause verschaffen.

Diese aber gilt es auch wirklich zu nutzen. Denn ausgestanden ist die Krise längst nicht. Merkel, Sarkozy und die anderen Gipfelteilnehmer sollten die Chance ergreifen, nach einem tragfähigen und die Anleger langfristig überzeugenden Weg aus dem Schuldendrama zu suchen.

Leicht ist das sicher nicht. Denn es gilt ganz nebenbei auch eine Neudefinition der Solidarität der Europäer zu finden. Gelingt dies über die Feiertage nicht, drohen dem Euro und den Menschen in Europa 2011 noch viel stürmischere Zeiten als im ausklingenden Jahr.