Advent

Handel feiert "Traumstart" ins Weihnachtsgeschäft

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Die Deutschen stürmen die Geschäfte: Nach dem ersten Adventswochenende bejubelt der Handel einen "Traumstart", hofft nun auf die höchsten Umsätze seit Jahren.

Das erste Adventswochenende hat die Erwartungen der deutschen Einzelhändler voll erfüllt. „Es war ein Traumstart“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, am Sonntag. Dass der Auftakt der „heißen Phase“ optimal verlaufen würde, habe sich aber bereits in der vergangenen Woche gezeigt. Die Umsätze hätten die des Vorjahres deutlich übertroffen.

Als ausschlaggebend für die vollen Kaufhäuser sieht Genth die frostigen Temperaturen. Heiß begehrt seien Wintermäntel, Mützen, Schals oder gefütterte Stiefel. „Der Textilhandel hat an diesem Wochenende am besten abgeschnitten“, sagte Genth. Aber auch erste Weihnachtsgeschenke seien über die Ladentische gewandert. Unter den Spielzeugen sei Playmobil in diesem Jahr der Renner. Gute Umsätze hätten aber auch Schmuckgeschäfte erzielt. Besonders gefragt waren Genth zufolge vor allem Flachbildfernseher.

Von einem fulminanten Start und vollen Innenstädten berichteten auch die Landesverbände. In der Frankfurter Innenstadt seien am frühen Samstagnachmittag alle 10.000 Parkplätze belegt gewesen, sagte der Präsident des hessischen Einzelhandelsverbands, Frank Albrecht. Der Geschäftsführer des bayrischen Landesverbands, Bernd Ohlmann, sprach von einem regelrechten Ansturm auf Innenstädte und Fußgängerzonen. Die Stimmung unter den Händlern sei „fast schon euphorisch“ gewesen. „Schnee, klirrende Kälte und blauer Himmel“ - besser gehe es nicht, sagte Ohlmann. Einen Beitrag lieferten aus seiner Sicht auch sinkende Arbeitslosenzahlen: „Die Bayern sind in guter Konsumlaune, die Geldbörsen sitzen locker“, sagte er.

In Nordrhein-Westfalen wurden am Samstag nach Angaben eines Sprechers des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes vor allem Elektrogeräte, Digitalkameras und Winterbekleidung gekauft. Die Ergebnisse des Vorjahres seien gehalten oder teils übertroffen worden: „Die Geschäfte waren wirklich gut.“

Über einen positiven Start in die Weihnachtszeit berichtete auch der deutsche Hightech-Branchenverband Bitkom. Rund drei Viertel der Firmen (76 Prozent) hätten am Wochenende eine Verbesserung der Geschäfte gegenüber dem Vorjahr vermerkt, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Bei 18 Prozent seien die Einnahmen in etwa auf Vorjahresniveau geblieben, lediglich sechs Prozent hätten von einer Verschlechterung gesprochen. Neben Flachbildfernsehern seien besonders häufig Blu-Ray-Player, Laptops und Smartphones verkauft worden. „Wir sind hochzufrieden mit der Entwicklung zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts und gehen von einer Fortsetzung des positiven Trends in den kommenden Wochen aus“, sagte Scheer.

Deutsche wollen im Schnitt 245 Euro ausgeben

Der jahrelang von Umsatzeinbrüchen gezeichnete Einzelhandel erwartet für das Weihnachtsgeschäft die höchsten Umsatzzuwächse seit fünf Jahren. Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Aufschwungs und einer deutlich verbesserten Kauflaune der Verbraucher rechnen auch Konsumforscher mit einem üppigen Geschäft. Die Marktforscher der GfK gehen davon aus, dass die Bundesbürger in diesem Jahr beabsichtigen, für durchschnittlich 245 Euro Weihnachtsgeschenke zu kaufen.