Neue Rezeptur

Zott ändert Kindergetränk nach Foodwatch-Schelte

Das ging aber schnell: Kaum hat Foodwatch das Kindergetränk "Monte Drink" zur dreistesten Werbelüge des Jahres erklärt, gelobt der Hersteller Besserung. Die Firma Zott will das Rezept ändern und möglicherweise den Zuckergehalt senken. Zudem sollen die Verbraucher besser informiert werden, wie sich die Getränke zusammensetzen.

Der bayerische Molkerei Zott will nach der Verleihung des Goldenen Windbeutels für die dreisteste Werbelüge des Jahres durch die Organisation Foodwatch die Rezeptur des Kindergetränks Monte Drink ändern. Nährwerte wie Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Zucker seien zwar „eindeutig auf der Verpackung des Getränks deklariert“, teilte das Unternehmen mit.

Aber im „Hinblick auf die öffentliche Diskussion zu Zucker wird das Produkt Monte Drink Anpassungen und Verbesserungen in der Darstellung gegenüber den Verbrauchern wie in der Rezeptur erfahren.“

Bei der Internet-Abstimmung zum Goldenen Windbeutel hatten Verbraucher den Monte Drink von Zott auf Platz eins gesetzt. Von den rund 81.000 Teilnehmern gaben 37,5 Prozent ihre Stimme für das Getränk von Zott ab, wie Foodwatch mitteilte. Die Verbraucher hätten durchschaut, dass der Monte Drink nichts anderes sei als eine flüssige Süßigkeit und im Schulranzen von Kindern nichts verloren habe, erklärte Anne Markwardt von Foodwatch. Das Produkt habe mehr Zucker als Cola und so viele Kalorien wie Fanta.

Auf dem zweiten Platz bei der Abstimmung landete laut Foodwatch der Tee Gelbe Zitrone Physalis, auf dem dritten die Duett Champignon Creme-Suppe von Escoffier.

Die Abstimmung im Internet lief vom 22. März bis zum 22. April auf der Seite abgespeist.de Foodwatch wendet sich mit dieser Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt die Organisation regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht halten, was sie versprechen. Fünf dieser Produkte hatte eine Jury zur Abstimmung gestellt