Gewerkschaftsstudie

Leiharbeiter besonders stark von Entlassung bedroht

Zeitarbeiter haben laut DGB ein deutlich erhöhtes Kündigungsrisiko. Die Brücke in den normalen Arbeitsmarkt sei für viele nur eine Illusion.

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Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen tragen nach einer Untersuchung des DGB trotz anziehender Konjunktur ein besonders hohes Entlassungsrisiko. Zwar liege die Zahl der Leiharbeiter mit fast einer Million bereits wieder über dem Höchststand vor der Krise, die Arbeiter würden jedoch nicht nur schlecht entlohnt und hätten kaum Chancen auf betriebliche Weiterbildung, sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy der Landauer „Rheinpfalz am Sonntag“.

Das Risiko, die Stelle zu verlieren, liege vier bis fünf Mal höher als in der Gesamtwirtschaft. Adamy sagte, die gepriesene „Beschäftigungsbrücke“ sei für die meisten Leiharbeiter eine Illusion. Allein im vergangenen Jahr sei mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse nach weniger als drei Monaten beendet worden.

Im ersten Halbjahr 2010 seien 544.000 Arbeitsverhältnisse im Verleihgewerbe abgeschlossen, im gleichen Zeitraum aber 461.800 Leiharbeiter entlassen worden. Fast die Hälfte aller Leiharbeiter habe in nur zwölf Monaten wieder gehen müssen und sei arbeitslos geworden. Daran habe die gute konjunkturelle Lage nichts ändern können. Verlören Leiharbeiter ihren Arbeitsplatz, sei das Verarmungsrisiko besonders hoch, da viele von ihnen nicht einmal Arbeitslosengeld erhielten.