Sexuelle Belästigung

Wenn der Kollege seinen Samen im Büro verteilt

Sexuelle Belästigung im Büro geht in den USA zwar insgesamt zurück, wird aber immer bizarrer. Besonders krass: Sperma in der Wasserflasche.

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Die Fälle sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in den USA haben in den vergangenen Jahren abgenommen. Dafür ist das, was bekannt wird, an Seltsamkeit kaum zu überbieten. Das macht ein Blick durch die Pressemitteilungen der U.S. Equal Employment Opportunity Commission, einer US-Behörde zu Diskriminierung und anderen Vorfällen im Job, aus diesem Jahr mehr als deutlich.

Da ist zum Beispiel der Mitarbeiter eines Versicherers, der seinen Samen gleich zweimal in die Wasserflasche seiner Kollegin mischte. Oder der Vorstandschef eines Brokers, der eine Angestellte auf den Boden drückte und dann seinen rechten Fuß auf eine ihrer Brüste platzierte. Doch damit nicht genug. Bekannt wurde auch ein Fall, bei dem ein Supervisor verlangte, Frauen mögen doch bitte schön nur in Vaseline gekleidet sein – und sonst nichts. Oder der Manager einer Personalabteilung, der eine Assistentin angeblich nach der Farbe ihrer Schlüpfer fragte.

Unternehmen bieten interne Hilfe an

Dennoch: Die Gesamtzahl der Belästigungs-Beschwerden, die bei der Equal Employment Opportunity Commission auflaufen, ist im vergangenen Jahr auf 12.696 gesunken. Ein Jahrzehnt zuvor lag dieser Wert noch bei 15.222 Vorkommnissen. In vielen Unternehmen gibt es inzwischen Seminare, die über sexuelle Belästigung aufklären. Hier lernen Manager, was unangemessen ist. Hinzu kommen firmeninterne Programme, bei denen potenzielle Opfer Hilfe finden.

Für Konzerne sind die Seminare und die Anlaufstellen für Opfer gleichzeitig ein Weg, um sich vor teuren Gerichtsprozessen abzusichern. Die US-Gesetzeslage hat sich im jüngsten Jahrzehnt nämlich dahingehend geändert, dass Opfer die Hilfsprogramme ihrer Unternehmen nutzen müssen – sofern sie angeboten werden. Tun sie das nicht, ist die Gefahr groß, dass sie später mit einer Klage vor Gericht verlieren. Das heißt: Firmen haben nicht viel zu befürchten, wenn die Opfer nicht zuerst intern nach Hilfe suchen.

All das hat letztlich zu dem Rückgang bei dem Belästigungs- Fällen geführt, sagt die New Yorker Arbeitsrechtsanwältin Kathleen Peratis. Unternehmen wissen ihren Worten zufolge, dass die potenziellen Haftungsfolgen bei sexueller Belästigung groß sind. Doch jetzt habe das Gesetz ihnen einen Weg gezeigt, mit dem sich genau davor schützen könnten.

Mann mischt Samen ins Wasser seiner Kollegin

Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, so ist sexuelle Belästigung noch immer ein großes Problem. Das zeigt nicht zuletzt der eingangs erwähnte Fall des Mannes, der seine Samen in die Wasserflasche der Kollegin mischte. Bei dem Beschuldigten handelt es sich hier um den 31- Jährigen Michael K. Lallana. Er wurde in der vergangenen Woche verhaftet. Laut Staatsanwaltschaft hat er “anstößiges Material im öffentlichem Raum freigegeben.”

Am 14. Januar soll er das Büro seines Opfers erstmals betreten und sein Ejakulat in einer Wasserflasche auf den Schreibtisch gefüllt haben. Die Frau trank aus der Flasche, fühlte sich daraufhin unwohl und warf die Flasche weg, hieß es von den Ermittlern.

Nur drei Monate später soll sich der ganze Vorfall dann noch einmal wiederholt haben. Dieses Mal jedoch schickte die Frau die Flasche offenbar an ein Labor, um den Inhalt untersuchen zu lassen. Die Experten stellte Samen fest, was das Opfer daraufhin an die Polizei berichtete. Vom DNA-Test bis zur Verhaftung des potenziellen Täters Michael K. Lallana dauerte es dann nicht mehr lange.