Konjunktur

Stahlkonzern ThyssenKrupp lässt Krise hinter sich

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Der scheidende Chef Ekkehard Schulz hat den Konzern auf Kurs gebracht und verabschiedet sich mit einem glänzenden Ergebnis.

Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp schreibt nach der Wirtschaftskrise wieder tiefschwarze Zahlen und will noch weiter zulegen. Dank deutlichen Zuwächsen im Stahlgeschäft und Kostensenkungen stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende September) um fünf Prozent auf 43 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Vor Steuern fuhr der Stahlriese 1,1 Milliarden Euro Gewinn ein, nachdem vor einem Jahr noch 2,4 Milliarden als Fehlbetrag in der Bilanz standen. Die Aktionäre sollen 45 Cent Dividende je Aktie nach 30 Cent im Vorjahr erhalten.

Im laufenden Geschäftsjahr will ThyssenKrupp den Umsatz um zehn bis 15 Prozent steigern. „Für das Konzernergebnis gehen wir von einer im Verhältnis zum Umsatz überproportionalen Steigerung aus“, teilte das Unternehmen mit. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde voraussichtlich bei zwei Milliarden Euro liegen nach 1,2 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr.

Mit Ausnahme der amerikanischen Stahlsparte, die von Anlaufkosten neuer Werke in Brasilien und den USA belastet wird, trugen alle Sparten zum verbesserten Ergebnis bei. Das europäische Stahlgeschäft fuhr einen Vorsteuergewinn von 639 Millionen Euro ein nach einem Minus von 197 Millionen Euro. Die schwächelnde Edelstahlsparte verringerte den Fehlbetrag auf 121 Millionen Euro nach 926 Millionen Euro Miesen im Vorjahr. Auch das Dienstleistungsgeschäft legte deutlich zu.

ThyssenKrupp-Chef tritt ab

ThyssenKrupp habe eine gute Ausgangsbasis für weiteres Wachstum geschaffen, schrieb Vorstandschef Ekkehard Schulz im Geschäftsbericht an die Aktionäre. Auch die Geschäfte mit Dienstleistungen, Anlagen, Autoteilen und der Marine legten deutlich zu. Der Konzern wolle sich aber weiter straffen. „Dazu gehören neben Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen auch weitere Portfoliooptimierungen sowie eine weitere Internationalisierung unserer Aktivitäten.“

Schulz hatte dem Konzern, der neben Stahl auch Autoteile, Aufzüge oder U-Boote herstellt, in der Krise ein rigides Sparprogramm verpasst. Einige Geschäfte, etwa im zivilen Schiffbau, hatte er verkauft, weitere Veräußerungen sind geplant. Im Januar gibt Schulz die Führung des Konzerns nach über zehn Jahren an den ehemaligen Siemens-Manager Heinrich Hiesinger ab.