Mega-Aufschwung

Mittelstand fordert Bonus zum Weihnachtsgeld

Nicht nur Weihnachtsgeld, sondern noch einen Bonus obendrauf: Erste Stimmen aus der Wirtschaft wollen die Arbeitnehmer stärker am XXL-Aufschwung beteiligen.

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Angesichts der guten Auftragslage in der deutschen Wirtschaft hat der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, ein einmaliges Extra-Weihnachtsgeld als Aufschwung-Bonus gefordert. „Viele Branchen haben in diesem Jahr vom XXL-Aufschwung profitiert und können sich eine zusätzliche Weihnachtsgratifikation leisten,“ sagte Ohoven der „Bild“-Zeitung (Onlineausgabe).

Natürlich müsse jeder Unternehmer für seinen Betrieb entscheiden, ob ein solcher Bonus für die Beschäftigten möglich sei. Für ein Extra-Weihnachtsgeld sprächen aber auch volkswirtschaftliche Gründe. „Ein solcher Bonus kurbelt den Konsum an, stärkt das Wachstum und festigt damit den Aufschwung.“ Auch die Politik solle ihren Beitrag zu dieser Wachstum stärkenden Maßnahme leisten und das zusätzliche Weihnachtsgeld steuer- und abgabenfrei stellen.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) spricht sich für höhere Löhne aus. „Im Schnitt muss es wieder mehr geben“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem „Weser-Kurier". Er warnte zugleich aber davor, die Lohnforderungen zu überreizen. „Man darf das Augenmaß nicht verlieren“, sagte Driftmann. Ansonsten seien „negative Auswirkung durch ausbleibende Investitionen“ zu befürchten.

Driftmann hob zudem hervor, viele Unternehmen, die von Mitarbeitern in der Krise Verzicht verlangt hätten und bei denen es jetzt wieder gut laufe, hätten mittlerweile Lohnerhöhungen vorgezogen. Dazu gehören etwa der Autozulieferer Bosch, Technologiekonzern Siemens sowie die Autobauer Audi und Porsche.

In Großbritannien wird gerade in die andere Richtung diskutiert. Großbanken arbeiten einem Zeitungsbericht zufolge an einem gemeinsamen Plan, um die Bonuszahlungen in diesem Jahr zu begrenzen und die Kreditvergabe an kleine Unternehmen 2011 zu fördern. Die Zeitung "Times" berichtet unter Berufung auf einen Insider, dass sich die Führungsgremien von Barclays, HSBC, Standard Chartered und Royal Bank of Scotland in der vergangenen Woche getroffen hätten.

Die Kredithäuser strebten an, vor Weihnachten eine gemeinsame Pressemitteilung zu veröffentlichen. Sie böten darin an, die Höhe der Boni insgesamt zu beschneiden. Das Vorhaben sei mit der britischen Finanzaufsicht FSA abgestimmt.