Lokführer-Gewerkschaft

Bahn kommt Streik-Ultimatum mit Angebot zuvor

Die Bahn hat der Lokführer-Gewerkschaft ein neues Angebot vorgelegt. Doch auch ohne Streiks drohen erneut Einschränkungen im Zugverkehr.

Die Deutsche Bahn (DB) will eine weitere Streikwelle im Schienenverkehr in letzter Minute verhindern und hat der Lokführer-Gewerkschaft ein neues Angebot für gemeinsame Verhandlungen gemacht. „In einem umfangreichen Schreiben haben wir der GDL unser gesamtes Angebotspaket und alle Verhandlungsgegenstände erläutert und konkretisiert“, sagte eine Bahnsprecherin. In der Nacht zum Mittwoch läuft das Ultimatum der GDL aus. Sollte bis dahin kein neues Angebot vorliegen, werde es weitere Streiks geben, hatte die Gewerkschaft angekündigt.

Die Beratungen der GDL-Spitze über das DB-Angebot dauern noch an. An diesem Mittwoch will außerdem das Landesarbeitsgericht in Kiel darüber entscheiden, ob Arbeitsniederlegungen der GDL rechtmäßig sind. Die Nord-Ostsee-Bahn hatte einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt, weil sie sich zu Unrecht bestreikt sieht. Auch ohne Streiks müssen sich Kunden der Deutschen Bahn auf Einschränkungen im Fernverkehr einstellen: Der DB-Konzern teilte mit, dass neben den Zügen der Reihen ICE 3 und T auch bei den älteren ICE-Modellen die Achsen in kürzeren Abständen kontrolliert werden.

„Die Radsätze der 59 Fahrzeuge der Baureihe ICE 1 und der 44 Fahrzeuge der Baureihe ICE 2 werden ab sofort alle 144.000, 200.000 beziehungsweise 288.000 Kilometer mittels Ultraschall überprüft“, sagte ein Sprecher. Dies bedeute eine weitere Halbierung der bereits verkürzten Intervalle, die die DB im Juli 2010 eingeführt hatte. Das Eisenbahn-Bundesamt hatte die Bahn dazu gedrängt, nach den Achsenproblemen bei einem Teil der Fernzugflotte auch die bislang unauffälligen Baureihen genauer zu überprüfen. Bereits seit 2008 fehlen durch die verkürzten Untersuchungsintervalle der ICE 3- und ICE T-Flotte bis zu 14 Züge im täglichen Betrieb.