Biosprit-Desaster

Total fährt die Produktion von E10-Sprit zurück

Die Nachfrage nach E10-Sprit ist gering. Der Total-Konzern reagiert und stellt in der Raffinerie Leuna wieder mehr E5-Super-Benzin her.

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Neuer Wirbel um den umstrittenen Biosprit E10: Angesichts der schwachen Nachfrage hat der Mineralölkonzern Total begonnen, wieder mehr Super-Benzin zu produzieren. „Wir müssen uns danach richten, was der Kunde an den Zapfsäulen nachfragt, und haben deshalb die Volumenplanung von E10 nach unten angepasst“, sagte ein Total-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des „Tagesspiegels“.

Die Anpassung der Produktion betrifft die Raffinerie Leuna. Über die Raffinerie in Schwedt konnte der Sprecher keine Angaben machen, weil dort auch andere Unternehmen beteiligt seien. Vor allem in Süddeutschland habe es eine enorme Nachfrage nach herkömmlichem Super-Benzin gegeben. Die Umstellung auf mehr Super begründete der Sprecher auch betriebswirtschaftlich. „Wir können kein E10 auf Halde produzieren.“

Es könne nicht sein, dass das Unternehmen rote Zahlen schreibe, weil eine bestimmte Richtlinie gesetzlich erfüllt werden müsse. Die Kosten der Umrüstung in der gesamten Mineralölbranche wegen des neuen Biosprits belaufen sich nach Angaben des Sprechers in dreistelliger Millionenhöhe. „E10 war groß geplant. Aber es gibt keine Trendwende.“ Das Unternehmen werde weiterhin E10 anbieten.

Der Sprecher äußerte sich aber skeptisch darüber, dass die vorgeschriebene Bioquote überhaupt noch erreicht werden könne. Total betreibt in Deutschland mehr als 1000 Tankstellen. Auf einem „Benzingipfel“ vor drei Wochen hatten Bundesregierung, Mineralöl- und Autoindustrie beschlossen, bei den Autofahrern für mehr Vertrauen in den neuen Kraftstoff zu werben. Immer noch aber halten sich viele Autofahrer beim E10-Tanken trotz höherer Preise für das herkömmliche Super und Super Plus zurück.