Tarifstreit

Bei Air Berlin wird noch in dieser Woche gestreikt

Der Tarifstreit zwischen Air Berlin und der Pilotenvereinigung Cockpit spitzt sich zu. Die Gewerkschaft erklärte die Verhandlungen für gescheitert und kündigte Streiks an.

Im Tarifkonflikt zwischen der Vereinigung Cockpit (VC) und Air Berlin über die Arbeitsbedingungen der Piloten ist es erneut zu keiner Einigung gekommen. Dies teilte die Pilotengewerkschaft am Montag mit und kündigte an, dass ab Mitte der Woche mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen sei. In der Tarifauseinandersetzung geht es um verbesserte Dienst-, Ruhe- und Bereitschaftszeiten. Außerdem verhandelten die Parteien über einheitliche Arbeitsbedingungen für alle Piloten der Air Berlin Group.

Nachdem die bei Cockpit organisierten Piloten bereits am 16. August in einer Urabstimmung für Streikmaßnahmen gestimmt hatten, konnte am 31. August mit einem Vorvertrag ein vorläufiges Ende des Tarifkonflikts erreicht werden. Hierin einigten sich beide Seite auf die wesentlichen Eckpunkte.

In den Beratungen zum endgültigen Tarifvertrag kam es jedoch zu unterschiedlichen Auslegungen der Vereinbarungen des Vorvertrags. Daher sprachen sich die Piloten in einer Urabstimmung am 15. Oktober mehrheitlich gegen die Inhalte des Vorvertrages aus. Seitdem befinden sich die Piloten nicht mehr in der Friedenspflicht.

Nach diesem Verhandlungsergebnis sollten die Arbeitsbedingungen der Air-Berlin-Piloten schrittweise bis 2013 an das bessere Niveau der Tochtergesellschaft LTU angeglichen werden Geregelt wurden darin unter anderem Urlaub, die Zahl freier Tage und Dienstplanmodelle. Auch hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, zum Sommerflugplan 2011 die Crews auf ausgewählten, besonders weiten Langstreckenflügen durch einen dritten Piloten zu verstärken. Laut Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg fliegt Air Berlin als einzige deutsche Airline Langstrecken noch nur mit zwei Piloten

Schon im März 2010 konnten Warnstreiks in letzter Sekunde abgewendet werden, nachdem sich Cockpit ernsthafte Hoffnung auf eine Tariflösung machen konnte. Über die Forderungen der Pilotenvereinigung zu verbesserten Arbeitsbedingungen bei Air Berlin wird bereits seit Februar 2009 verhandelt. Laut Cockpit kann es ab Mittwoch zu flächendeckenden Streiks bei Air Berlin kommen.

Es geht um Verbesserungen für die Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastung der rund 1400 Piloten der Air Berlin Group in einem Manteltarifvertrag. Die Mitarbeiter forderten darin ein „planbares Sozialleben“, sagte Handwerg Morgenpost Online. Derzeit sei angeblich die Änderung der Arbeitstage ohne Vorankündigung möglich. Auch die Arbeitsbelastung der Piloten soll neu verhandelt werden.

Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel sagte Morgenpost Online: „Wir haben Cockpit eine Schlichtung angeboten“. Angeblich wird derzeit noch weiter mit den Piloten verhandelt, um Streiks abzuwenden. Gesprochen wird laut Hauptvogel aber im Gegensatz zu den Gesprächen im August wieder mit zwei Verhandlungskommissionen. Eine vertritt die rund 400 Piloten der ehemaligen LTU, die vornehmlich auf Langstrecken fliegen, die andere die etwa 1000 Piloten der ehemaligen Air Berlin. Offenbar gibt es unterschiedliche Verhandlungsziele der beiden Gruppen.

Wie sich der Streik auswirken könnte, lasse sich noch nicht beurteilen, sagte Hauptvogel. Er wies darauf hin, dass bei der Tochter LTU nicht gestreikt werde. Mit der Tarifkommission von LTU werde „mit einiger Aussicht auf Erfolg“ weiterverhandelt.