Konjunktur

US-Notenbankchef Bernanke warnt vor Schuldenkrise

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Hohe Arbeitslosigkeit und Inflation machen den USA zu schaffen. Fed-Chef Ben Bernanke warnt vor steigenden Staatsschulden.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat vor einer Schuldenkrise in den USA gewarnt. Er rief Regierung und Parlament zu entschlossenen Schritten auf, das Haushaltsdefizit und steigende Staatsschulden in den Griff zu bekommen.

Falls dies nicht gelingen sollte, könnte dies letztlich dazu führen, dass Investoren der Regierung kein Geld mehr leihen, sagte Bernanke. "Finanzpolitiker stehen vor einer entscheidenden Herausforderung.“ Das jährliche Etatdefizit liege bei derzeit durchschnittlich neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sagte Bernanke. Noch drei Jahre vor der schweren Wirtschaftskrise habe es bei lediglich zwei Prozent gelegen.

Trotz der jüngsten Hoffnungszeichen für die US-Wirtschaft hält die Notenbank (Fed) weitere Unterstützung für notwendig. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit bleibe ein Problem, sagte Bernanke.

Erst wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessere, könne davon ausgegangen werden, dass die Konjunkturerholung richtig Tritt gefasst habe. Bis die Arbeitslosenquote wieder auf normales Niveau gesunken sei, werde es aber noch mehrere Jahre dauern.

Auch die Inflation verharre auf einem Niveau, das die Notenbank langfristig für zu niedrig halte. Bernankes Äußerungen deuteten darauf hin, dass sich die Fed vorerst keine Sorgen um Preisdruck machen und ihre Unterstützungspolitik noch länger fortsetzen dürfte.

Vorsichtiger Optimismus

Der Notenbank-Chef zeigte sich für die Konjunkturentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft insgesamt etwas zuversichtlicher als bislang. Vor allem höhere Verbraucherausgaben und ein anziehendes Kreditgeschäft der Banken seien Zeichen dafür, dass die Wirtschaft 2011 etwas stärker wachse als 2010. Auch für den besonders gebeutelten Arbeitsmarkt gebe es inzwischen Anlass zu Optimismus, sagte Bernanke. Am selben Tag hatten eine Reihe von Konjunkturdaten auf eine Stärkung der weltgrößten Volkswirtschaft hingedeutet, darunter ein Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Bernanke wies Befürchtungen zurück, dass mit den zuletzt kräftig gestiegenen Lebensmittelpreisen ein wachsender Preisdruck droht. "Die Inflation bleibt insgesamt ziemlich niedrig“, betonte Bernanke. Kritiker werfen der Federal Reserve vor, sie spiele die Erholung der US-Wirtschaft herunter und übersehe bewusst wachsende Inflationsrisiken.

Bernanke sprach in Washington vor Journalisten und stellte sich anschließend auch Fragen der Reporter. Laut dem Notenbank-Chef erwägt die Fed, regelmäßiger Pressekonferenzen abzuhalten und so die Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu verbessern.