Bundesbank gelinkt

Betrüger ergaunern Millionen mit Euro-Münzschrott

Mit verschrotteten Euro-Münzen sollen Gauner die Bundesbank um Millionen erleichtert haben. Ihr kriminelles System reichte bis China.

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Die Polizei hat im Rhein-Main-Gebiet wegen des Verdachts auf Millionen-Betrug Razzien in Wohnungen, Firmen und Büros durchgeführt, die unter anderem Mitarbeitern der Deutschen Bundesbank und der Lufthansa gehören, berichtet die "Bild"-Zeitung. Die Beamten nahmen sechs Personen fest.

Die Verdächtigen ließen nach Informationen der "Bild"-Zeitung von der Bundesbank verschrottete Münzen in China wieder zusammensetzen. Danach sollen sie das Falschgeld bei der Bundesbank gegen Scheine eingetauscht haben.

Der Schaden soll sich auf mindestens 20 Millionen Euro belaufen. Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu sagte der Zeitung: "Gegen die Tatverdächtigen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Inverkehrbringen von Falschgeld." Jährlich zieht die Bundesbank laut "Bild"-Zeitung Hunderte Tonnen an Euro-Münzen aus dem Verkehr – etwa, weil sie zu dreckig oder verbogen sind. Danach lässt sie sie ausstanzen, wobei Kern sowie Ring getrennt und danach als Altmetall verkauft werden.

Die Bande soll das Alt-Metall ersteigert und dann tonnenweise nach China transportiert haben, wo Einheimische die Münzen wieder zusammensetzten. Danach sollen sie Mitarbeiter von Fluggesellschaften angeheuert haben, die das Geld zurück nach Frankfurt brachten. Dabei belief sich jede einzelne Sendung auf unter 10.000 Euro und war damit nicht zollpflichtig. Anfang 2010 fiel den Zollbeamten allerdings eine Stewardess auf, die sich mit ihrem Kabinengepäck abmühte, berichtet die "Bild"-Zeitung – in ihrer Tasche fanden sie Tausende Ein- und Zwei-Euro-Stücke.