Tarifabschluss

3,6 Prozent mehr Lohn in der Textilindustrie

Die Arbeitgeber der Textilbranche und die IG Metall haben sich auf einen neuen Tarif verständigt. Der Abschluss enthält eine Öffnungsklausel.

Die Arbeitgeber der westdeutschen Textil- und Bekleidungsbranche haben sich mit der IG Metall auf einen Tarifabschluss für die rund 130.000 Beschäftigten geeinigt. Bei einer Laufzeit von 20 Monaten werden die Löhne ab Oktober um 3,6 Prozent erhöht, wie der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie am Dienstag mitteilte. Am Montag hatten Arbeitgeber und Gewerkschafter im hessischen Viernheim 15 Stunden lang verhandelt.

Um den unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen der einzelnen Unternehmen Rechnung zu tragen, bietet der Tarifvertrag laut Arbeitgeberverband die Möglichkeit, diese Erhöhung aus wirtschaftlichen Gründen bei Abgabe einer Beschäftigungszusage um bis zu 1,5 Prozent bis einschließlich 30. April 2012 abzusenken.

Für die Monate Mai bis September 2011 sind Einmalzahlungen in Höhe von je 50 Euro vereinbart, Auszubildende erhalten die Hälfte. Diese können aus wirtschaftlichen Gründen bei Abgabe einer Beschäftigungssicherung gekürzt, ausgesetzt oder bis zum 30. September verschoben werden.

Außerdem einigten sich die Tarifpartner nach Angaben der Arbeitgeber auf Gespräche zur Bewältigung des demografischen Wandels. Dazu wird eine Koordinierungsgruppe Vorschläge und Lösungen erarbeiten. Zudem sind Veranstaltungen zu demografischen Themen geplant.