Kriselnde Banken

Hilfspaket für Irland könnte nicht reichen

Irland hat 35 Milliarden Euro an internationalen Hilfen bekommen, um seine Banken zu sanieren. Doch die Krise scheint größer als gedacht.

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In der EU werden nach Informationen aus Kreisen neue Finanzierungslücken bei den irischen Banken befürchtet. Demnach sei offen, ob das insgesamt 85 Milliarden schwere Hilfspaket von EU, Euro-Ländern und Internationalem Währungsfonds (IWF) für Irland ausreiche, sagten mehrere mit den Diskussionen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Jeder hat Zweifel, ob das Programm ausreicht und ob sie nicht noch größere Probleme mit den Banken haben“, erklärte ein EU-Diplomat.

Von dem Ende 2010 geschnürten Kreditpaket für Irland sind 35 Milliarden Euro für Kapitalspritzen an die angeschlagenen irischen Banken vorgesehen. „Derzeit verschaffen uns die Iren keine Klarheit über zwei Punkte: Deckt diese Rechnung alles ab? Was muss noch getan werden zur Restrukturierung?“, erklärte ein anderer Diplomat. Die neu gewählte irische Regierung geht aber davon aus, dass sie mit den eingeplanten Milliarden zur Bankenrettung auskommen wird.

Allerdings will sie das gesamte Hilfspaket neu verhandeln. Sie fordert einen niedrigeren Zins für die Kredite aus den Rettungsfonds. Außerdem will sie eine direkte Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) an den irischen Banken erreichen. Bis Ende März soll die irische Notenbank Ergebnisse ihres Banken-Stresstests vorlegen. Der irische Finanzminister Michael Noonan sagte am Montag, in Brüssel kursierten „extravagante Zahlen“ über den Finanzbedarf der Banken. Diese beruhten aber auf missverständlichen Annahmen. „Wir werden es Ende März wissen“, sagte Noonan.