Geldkarten

Sparkassen wollen am Einkauf auf Pump mitverdienen

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Die Sparkassen ermöglichen ihren Kunden den Einkauf per Ratenkredit über die EC-Karte. Damit wollen sie dem Handel teure Kredite abjagen.

Die Sparkassen wollen mit einer neuen Karte für den Einkauf auf Pump gegen die Konkurrenz von Finanzierungsangeboten des Handels angehen. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis kündigte bei der Bilanzpressekonferenz die Einführung der Karte für Herbst an. Zugleich berichtete er über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010. Die Sparkassen hätten ihre Position in wichtigen Bereichen ausbauen können.

Bei der neuen Karte handelt es sich nach den Worten des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes um eine ec-Karte, die jederzeit Zugriff auf einen zuvor vereinbarten Ratenkreditrahmen ermöglicht.

Die Kunden seien damit bei größeren Käufen „weder gezwungen, sich als Kreditkunde zu erkennen zu geben, noch müssen sie die teilweise haarsträubenden Effektivzinssätze bei Kreditfinanzierungen an der Einzelhandelskasse akzeptieren“, sagte Haasis. Zudem behalte die Sparkasse auf diese Weise „die gesamte finanzielle Situation des Kunden im Blick“. Das ermögliche eine verantwortungsvolle Kreditvergabe.

Die 429 Sparkassen in Deutschland haben nach Angaben von Haasis im Jahr 2010 ihren Gewinn um 35,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesteigert. Gleichzeitig seien die Vorsorgereserven um 3,8 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent zum Vorjahr) aufgestockt worden, um die Substanz der Institute im Blick auf die kommenden schärferen Kapitalanforderungen nach Basel III zu stärken.

Die Sparkassen behaupteten im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre führende Position bei Unternehmenskrediten. Zusammen mit den Landesbanken hätten sie 42,2 Prozent aller gewerblichen Kredite ausgereicht, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten, sagte Haasis. Der Bestand an Krediten für Unternehmen und Selbstständige wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent oder 10,2 Milliarden Euro auf 317 Milliarden Euro.

Privatkredite legten um 1,3 Prozent auf 290,6 Milliarden Euro zu. Damit wurden erstmals seit 2006 wieder mehr Kredite an Private vergeben. Der Umschwung sei vor allem dem besonders wichtigen Geschäft mit Wohnungsbaukrediten zu verdanken. „Die Versuche von Direktbanken, hier zulasten der Sparkassen Fuß zu fassen, konnten klar abgewehrt werden“, meinte Haasis.

Die Kundeneinlagen stiegen um 2,1 Prozent auf 767,8 Milliarden Euro. Sie lagen damit um 107 Milliarden Euro über der Summe der ausgegebenen Kundenkredite. „Die Sparkassen sind netto Liquiditätsspender für den Finanzmarkt und wirken deshalb auch dort stabilisierend“, betonte Haasis.