Spitzengehälter

Solar Millenium verklagt Ex-Chef Utz Claassen

Schlammschlacht um teure Antrittsprämie. Ex-EnBW-Chef Utz Claassen hat nur wenige Monate bei Solar Millenium gearbeitet – und neun Millionen Euro kassiert.

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Die öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem Solarkraftwerks-Hersteller Solar Millennium und seinem Ex-Chef Utz Claassen geht in die nächste Runde. Das Erlangener Unternehmen teilte mit, es wolle den Manager, der nur 74 Tage im Amt war, gerichtlich zu Rückzahlung der vollen Antrittsprämie in Höhe von neun Millionen Euro zwingen.

Claassen ließ daraufhin von seinem Anwalt mitteilen, er habe seinen ehemaligen Arbeitgeber „wegen systematischer Rufschädigung“ auf Schadenersatz verklagt. Claassen, ehemaliger Chef des Energieversorgers EnBW, hatte den Führungsjob bei Solar Millennium im März 2010 niedergelegt. Das Unternehmen forderte daraufhin die Rückzahlung der Antrittsprämie. Claassen forderte seinerseits eine Abfindung von 7,1 Millionen Euro.

Seit Mai verhandelte der Topmanager mit seinem ehemaligen Arbeitgeber über die Rückzahlung der Antrittsprämie. „Wir haben uns intensiv bemüht, alle offenen Fragen zu lösen. Inzwischen erhalten wir keine Antworten auf unsere Vorschläge mehr“, sagte der Aufsichtsratschef von Solar Millennium, Helmut Pflaumer. Das Unternehmen wolle seine Interessen nun vor Gericht durchsetzen. Am Donnerstag sollte die Klage beim Landgericht Nürnberg-Fürth eingereicht werden.

Claassens Anwalt Frank Silinger reagierte mit einer Mitteilung, in der er bekanntgab, der Manager habe Solar Millennium bereits Ende Januar wegen Rufschädigung verklagt. Es stimme nicht, dass Claassen ohne rechtliche Grundlage und ohne vernünftigen Grund sein Amt abrupt niedergelegt und danach für das Unternehmen nicht mehr erreichbar gewesen sei.

Die hohe Antrittsprämie sei ein Angebot des Unternehmens gewesen. Die Vergleichsgespräche über eine Rückzahlung seien gescheitert, weil die Vorschläge des Aufsichtsrats indiskutabel und unseriös gewesen seien.