"Welt"-Frauenkonferenz

Kristina Schröder lobt Fortschritte bei Frauenquote

Bis 2013 sollen deutsche Firmen ihre eigenen Frauenquoten umsetzen. Bundesfamilienministerin Schröder ist schon heute "positiv überrascht".

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sieht die deutsche Wirtschaft auf „gutem Weg“ bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen. „Es spürt jeder, dass in dieses Thema in den letzten Wochen und Monaten richtig Fahrt gekommen ist“, sagte Schröder bei einer Konferenz der „Welt“-Gruppe zum Thema Frauen im Top-Management, zu der sich mehr als 200 vorrangig weibliche Teilnehmer im Verlagshaus des Medienkonzerns Axel Springer in Berlin trafen.

Der vor wenigen Wochen von der Bundesregierung vorgestellte Plan, eine flexible Quotenregelung für die Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten einzuführen, zeige bereits heute Wirkung, so die Ministerin. „Die vielen selbstgesteckten Ziele, die zuletzt von Unternehmen angekündigt wurden, haben mich positiv überrascht“, sagte Schröder. Als positive Beispiele nannte sie das Pharmaunternehmen Merck, den Autokonzern Daimler und den Flugzeugbauer Airbus. Der Plan sieht vor, den deutschen Unternehmen eine „gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung“ aufzuerlegen.

Bis zum Jahr 2013 sollen die Firmen demnach Zeit haben, die sich selbst auferlegten Quotenziele umzusetzen. Sei dies zu diesem Zeitpunkt nicht geschehen, drohten Sanktionen. Die Ministerin verglich die Idee einer gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquote mit „Cortison, das als Patentrezept gegen Hautausschlag“ verschrieben würde: „Die Symptome verschwinden, aber die Ursachen bleiben.“

Sie zitierte Verleger Axel Springer, der mit seinen Ansichten die Idee für die Flexiquote vorweg genommen habe: „Die Theorie von der Gleichheit aller Menschen ist das Todesurteil für echte Freiheit.“ Mathias Döpfner, Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer, wies in seiner Eröffnungsrede zur Konferenz auf die Notwendigkeit für Unternehmen hin, auch ohne gesetzlich vorgeschriebene Quoten eigene Schritte zur Frauenförderung zu ergreifen.

„Konkrete Maßnahmen braucht es schon“, sagte Döpfner. Das Medienunternehmen habe etwa seit einiger Zeit die selbstgesteckte Vorgabe, bei der Neubesetzung wichtiger Positionen stets einen weiblichen und einen männlichen Kandidaten vorzuschlagen. „Wenn sich letztendlich nicht für die Frau entschieden wird, muss dafür eine Begründung vorgelegt werden“, sagte Döpfner. „Allein die Diskussion darüber hat in unserem Verlag schon eine unglaubliche Dynamik entwickelt“.