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Commerzbank-Chef verteidigt Boni-Zahlungen

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Fast eine halbe Milliarde Euro gibt das vom Steuerzahler gestützte Institut für Boni aus. Zinsen für die Staatshilfe sind jedoch noch nicht geflossen.

Die staatlich gestützte Commerzbank hat Bonuszahlungen an ihre Mitarbeiter verteidigt. „Wir verstehen die öffentliche Diskussion über üppige Bonuszahlungen für eine kleine Gruppe von Großverdienern“, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing in Frankfurt. „Aber darum geht es hier nicht. Mit den variablen Zahlungen honorieren wir den außerordentlichen persönlichen Einsatz von mehr als 30.000 außertariflich beschäftigten Mitarbeitern und von weiteren etwa 20.000 Tarifangestellten.“

Der Konzern schüttet für das Jahr 2010 nach eigenen Angaben etwa 440 Millionen Euro an die Mitarbeiter aus. Damit soll die Belegschaft für ihren Einsatz bei der Integration der Dresdner Bank belohnt werden. Das Bundesfinanzministerium hatte erklärt, die Bonuszahlungen seien rechtlich nicht zu beanstanden und entsprächen den entsprechenden Vergütungsregelungen.

Mit etwas mehr als 18 Milliarden Euro hat der Staat die Commerzbank in der Finanzkrise gestützt. 16,2 Milliarden Euro entfallen auf Stille Einlagen des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. Der Bund ist mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Bank. Zinsen an den Staat hat die Bank auf die Stillen Einlagen bisher nicht gezahlt. Allerdings will die Bank mit den Rückzahlungen beginnen. „Wir wollen die Stillen Einlagen des Soffin bereits 2011 um einen signifikanten Betrag zurückführen“, kündigte Commerzbank-Chef Blessing an.

Das Jahr 2010 schloss die Commerzbank mit 1,4 Milliarden Euro Überschuss ab. Damit schaffte der Konzern zumindest gemessen am internationalen Bilanzstandard IFRS die Trendwende: Ein Jahr zuvor standen 4,5 Milliarden Euro Verlust in den Büchern.