Falschgeld

Geldfälscher haben es immer schwerer

In Deutschland sind weniger Blüten im Umlauf als noch vor einem Jahr. Grund: Fahndungserfolge der Polizei und die Vorsicht der Kassierer. Bei den europäischen Nachbarn ist die Chance höher, Falschgeld zu erwischen. Und bei Zwei-Euro-Münzen ist Vorsicht geboten.

Foto: top/nid / DDP

Seit zweieinhalb Jahren geht die Zahl der Euro- „Blüten“ in Deutschland zurück. So zogen die Fahnder im ersten Halbjahr 19.664 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr - das waren nur halb so viele wie beim Höchststand von 44.742 „Blüten“ 2004. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2006 betrug das Minus sieben Prozent. Das teilte die Bundesbank in Frankfurt mit.

Fälscher steigen auf Münzen um

Als Grund für den Rückgang gelten Fahndungserfolge der Polizei, die 2006 mehrere Fälscherwerkstätten aushob und Verteilerringe zerschlug. Zudem seien Kassiererinnen und Händler aufmerksamer und nutzten zunehmend UV-Lampen und spezielle Stifte zum Erkennen von Fälschungen. Falschmünzen nehmen dagegen zu: Von Januar bis Ende Juni 2007 wurden 39.792 falsche Münzen aus dem Verkehr gezogen und damit fünf Prozent mehr als im vorangegangenen Halbjahr. Die Kriminellen fälschen fast ausschließlich 2-Euro-Münzen.

In den 13 Euro-Ländern blieb das Falschgeld-Aufkommen im ersten Halbjahr mit 265.000 falschen Scheinen konstant, wie die Europäische Zentralbank (EZB) meldete. Die Zahl liegt aber deutlich unter den Zahlen von 2003, als noch 312.000 Blüten entdeckt wurden. Das sichergestellte Falschgeld gilt als zuverlässiger Indikator für die tatsächliche Menge an „Blüten“ im Umlauf.

Falsche Fuffziger immer noch am häufigsten

Besonders beliebt bei den Fälschern ist nach wie vor der gebräuchliche 50-Euro-Schein. Knapp die Hälfte aller Fälschungen in Europa und in Deutschland sind falsche Fuffziger. „Die Fälscher suchen sich den Schein aus, mit dem sie bei geringstem Risiko den größten Gewinn machen“, erläuterte Rainer Elm, Leiter des Bundesbank- Analysezentrums für Falschgeld. Das sei der 50er, der in Geschäften und im Handel sehr häufig ist - bei größeren Scheinen sei das Misstrauen höher. An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala steht der 20-Euro- und der 100-Euro-Schein.

Insgesamt ist das Risiko für den Verbraucher, einen falschen Schein im Portemonnaie zu finden, bei 11 Milliarden Banknoten im Umlauf allerdings gering. In Deutschland kommen fünf Fälschungen auf 10 000 Einwohner pro Jahr. „Damit liegt Deutschland weiter unter dem Durchschnitt des Euro-Raums“, sagte Bundesbank-Vorstand Hans Reckers. Die Notenbank forderte alle Bürger auf, Banknoten aufmerksam zu prüfen. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Wer einen Schein findet, sollte ihn bei der Polizei abgeben, weil die Verbreitung von Falschgeld strafbar ist.