Regulierung

Aus für Videoplattform von RTL und Pro Sieben

Die beiden Fernsehsender RTL und ProSiebenSat.1 wollten eine gemeinsame Videoplattform ins Leben rufen. Das Bundeskartellamt hat dies untersagt.

Foto: WON / WON/Montage

Das Bundeskartellamt hat Pläne für die gemeinsame Online-Videoplattform von ProSiebenSat.1 und RTL untersagt. Die beiden Sendergruppen hätten die Bedenken der Wettbewerbshüter nicht ausräumen können, teilte das Kartellamt in Bonn mit.

Kartellamtschef Andreas Mundt betonte, die Gründung der Plattform hätte „das marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung“ verstärkt. Nach Ansicht des Kartellamts würde die Plattform in ihrer konkret geplanten Form die bestehende marktbeherrschende Stellung der beiden Fernsehkonzerne verstärken.

Zwischenzeitlich erfolgte Stellungnahmen der Sendergruppen habe die wettbewerblichen Bedenken nicht ausräumen können, hieß es. Insbesondere zeigten sich die Unternehmen nicht bereit, an der geplanten Konzeption des Vorhabens grundlegende Änderungen vorzunehmen. Beispielsweise sei keine ausreichende Öffnung der Plattform für andere Anbieter angeboten worden.

Die Unternehmen können gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen. Beide Firmen waren nicht unmittelbar für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Wettbewerbshüter, die das Projekt bereits seit längerem unter die Lupe nehmen, hatten bereits Ende Februar kartellrechtliche Bedenken geäußert.

Beide Fernsehkonzerne, die den milliardenschweren deutschen TV-Werbemarkt de facto unter sich aufteilen, wollten ein gemeinsames Internetportal für Fernsehsendungen ins Leben rufen. Dort sollten Nutzer kostenlos Serien, Filme, Shows oder Nachrichtensendungen privater und öffentlich-rechtlicher TV-Sender abrufen können.

Bereits im Herbst hatte sich die EU-Kommission skeptisch zu den Plänen geäußert, da der Wettbewerb auf dem deutschen und österreichischen Markt für Internet-Fernsehen und Internet-Werbung beeinträchtigt werden könnte. Die eigentliche Prüfung wurde dem deutschen Kartellamt überlassen.