Teure Energie

Erzeugerpreise steigen so stark wie seit 2008 nicht

Die Inflationsspirale dürfte sich weiterdrehen: Die deutschen Erzeuger haben ihre Preise so stark erhöht wie seit Oktober 2008 nicht mehr.

Foto: dpa

Die deutschen Produzenten in Industrie und Landwirtschaft haben ihre Preise im Februar so stark angehoben wie seit knapp zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Erzeugerpreise legten um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. Einen kräftigeren Anstieg hatte es zuletzt im Oktober 2008 mit 7,3 Prozent gegeben. Größter Preistreiber war Energie.

Leichtes Heizöl verteuerte sich um 35,1 Prozent, Diesel um 20,5 Prozent und Benzin um 9,5 Prozent. Strom kostete acht Prozent mehr. Für Nahrungsmittel mussten 5,8 Prozent mehr bezahlt werden. Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation, weil der Handel höhere Kosten zumindest teilweise an seine Kunden weitergibt. Die Inflationsrate hatte im Februar mit 2,1 Prozent den höchsten Stand seit knapp zweieinhalb Jahren erreicht.

Die Inflationsentwicklung in Deutschland sei „sehr besorgniserregend“, sagte der neue Wirtschaftsweise Lars Feld im Gespräch mit Reuters Insider TV. Der Ökonom sitzt seit diesem Monat im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung berät. Auch in Deutschland sei die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Stabilitätsmarke bei der Inflationsrate von zwei Prozent längst durchbrochen.

Der Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise werde sich sicherlich auf die Inflationserwartungen auswirken. „Die EZB muss deshalb gegensteuern und die Zinsen erhöhen“, sagte Feld. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte wegen des gestiegenen Inflationsdrucks eine Zins-Erhöhung im April nicht ausgeschlossen und zugleich durchblicken lassen, dass er keine Serie von Zinsschritten ins Auge fasst.