Testbericht

Kinderspiel "Kirby" macht "Super Mario" Konkurrenz

Nintendos Kampfkugel ist zurück: "Kirby und das magische Garn" ist ein Kinderspiel – aber so aufwendig produziert wie so mancher Blockbuster für die Großen.

Foto: Nintendo

Das ist der Stoff, aus dem verrückte Abenteuer und Helden gewebt sind – im wahrsten Sinne des Wortes. Der einem Topflappen ähnelnde Held Kirby geht Zauberer Grimmgarn in die Falle und landet in einer fremden Welt: Stoffland. Dort sieht es auch so aus: Alles besteht aus Gewebe und Fäden. Grimmgarn hat das magische Garn gestohlen, das die sieben Gebiete von Stoffland zusammenhält. Kirby muss sie absuchen, das Garn finden und zurückholen, um die Ordnung wiederherzustellen.

Für die ganze Familie

Die Geschichte deutet bereits an, dass die Entwickler Gestaltung und Schwierigkeitsgrad des Spiels konsequent auf jüngere Spieler auslegen. Besser gesagt: für die ganze Familie. Denn die Qualität des Spiels ist vergleichbar mit der eines guten Zeichentrick- oder Animationsfilms – sie spricht Menschen, die sich für märchenhafte Stoffe begeistern, generationenübergreifend an. Das Spielprinzip ist altbekannt, bewährt und ausgezeichnet umgesetzt: Wie die Nintendo-Kollegen Super Mario oder Donkey Kong läuft und springt Kirby durch eine Spielumgebung voller Hindernisse.

Ein Held sein? Aber Garn!

Da Kirby aus einem Wollfaden besteht, kann er seine Form ändern – etwa in ein Auto, um sich schneller fortzubewegen. Er nutzt ein Ende des Fadens als Lasso oder Peitsche. Damit lassen sich Gegenstände und Widersacher greifen, ziehen, werfen, mit einem Hieb aus dem Weg räumen! Mit der Peitsche schwingt Kirby sich an Knöpfen hängend über Abgründe und zieht Reißverschlüsse auf. Dann klappt ein neuer Abschnitt innerhalb der Welt auf.

Das Fadenwesen krabbelt durch Löcher im Stoff, läuft auf Nähten entlang: Wo sich Kirby befindet, sehen Sie an einer auffälligen Beule im Stoff. Das ist originell erdacht und technisch gut umgesetzt. Kirby lässt sich sogar noch perfekt orten, wenn er für seine Gegner unsichtbar ist.

An bestimmten Stellen im Spiel nimmt Kirby zwangsläufig eine vorgegebene Gestalt an. Als Feuerwehrauto etwa versprüht der Wolleproppen Löschwasser in dem Winkel, den Sie ihm per Wii-Fernbedienung vorgeben. In einem weiteren Abschnitt reitet Kirby auf einem Surfbrett durch tobende Wellen.

Im Koopmodus retten zwei Spieler Stoffland gemeinsam. Der bessere Zocker hilft dem unerfahrenen – so nimmt der Profi den Anfänger an kniffligen Stellen etwa huckepack. Mitunter steht man sich aber einfach nur im Weg, was meist komisch und mitunter frustrierend ist.

Fazit: Geht doch – Kirby beweist, dass sorgfältig entwickelte Spiele für Kinder das Zeug zum Premiumtitel haben. Bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Welten, eine präzise Steuerung und der gelungene Zweispielermodus bieten dem Nachwuchs jede Menge Spaß, ohne spielbegeisterte Eltern nach Strich und Faden zu nerven.

Stärken: Stilsichere Präsentation, ausgezeichnete Steuerung, Perfekt für Kinder

Schwächen: Fortgeschrittene sind etwas unterfordert

Testnote: gut (1,79)

Erscheinungstermin: 25. Februar 2011.

Quelle: Computer Bild.

Ausführliche Ratgeber, Testberichte und Rezensionen finden Sie auf der Website www.computerbild.de .