Handwerk

Fielmann ist eine gewaltige Jobmaschine

Die Optikerkette schafft in diesem Jahr Hunderte neuer Arbeitsplätze. Grund für den Stellenausbau ist das kräftige Wachstum des Unternehmens. Bis zum Jahresende sollen noch 35 weitere Brillenläden eröffnet werden.

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Die Optiker-Kette Fielmann wird in diesem Jahr so viele neue Arbeitsplätze schaffen wie noch in keinem anderen Jahr der Firmengeschichte. Im Gesamtjahr 2006 wird das Hamburger Unternehmen 400 Mitarbeiter einstellen und dann rund 11.500 Beschäftigte haben. Grund für den Stellenausbau ist das zweistellige Wachstum bei Umsatz und Gewinn in den ersten sechs Monaten des Jahres. Bis zum Jahresende will Fielmann zudem 35 neue Brillenläden eröffnen, derzeit hat der Konzern 585 Filialen.

In Deutschland koppelt sich Fielmann immer mehr vom Einzelhandel wie auch dem Rest der eigenen Branche ab. Von Januar bis Juni steigerte Europas größte Optikerkette den Umsatz um sieben Prozent auf 417 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn wuchs um 16 Prozent auf 56 Mio. Euro. Die Nachfrage nach teuren Gleitsichtbrillen sorgte für hohe Gewinnmargen. Unter dem Strich verdiente der Konzern 37 Mio. Euro, 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Im zweiten Quartal gingen 1,5 (Vorjahreszeitraum 1,4) Mio. Brillen an Kunden, ebenso viele wie in den ersten drei Monaten. Für das Gesamtjahr traut sich Fielmann eine deutliche Steigerung von Absatz, Umsatz und Gewinn zu. Zahlen dazu nannte Fielmann nicht. Ein Sprecher sagte lediglich, dass der Konzern "gut in das dritte Quartal gestartet" sei.

Besonders hoch ist derzeit der Gewinn bei Fielmann im Ausland. So tragen die Länder Österreich und Schweiz mit elf Prozent zum Konzernabsatz bei, am Gewinn sind sie aber gleich mit 32 Prozent beteiligt. Fielmann ist in beiden Ländern Marktführer und kann vor allem in der Schweiz Brillen zu deutlich höheren Durchschnittspreisen verkaufen als etwa in Deutschland. Am stärksten legte der Vorsteuergewinn im Halbjahr in Österreich zu (plus 70 Prozent), gefolgt von der Schweiz (plus 25 Prozent). Auf seinem Heimatmarkt verdiente Fielmann zehn Prozent mehr.

Bankanalysten begründen den höheren Gewinn auch mit einer niedrigeren operativen Kostenquote bei Fielmann. Hans-Peter Kuhlmann von der Landesbank Baden-Württemberg spricht denn auch von einem "ungebrochenen Aufwärtstrend" bei Fielmann. Der Analyst nennt als Kursziel für die nächsten sechs Monate 52 Euro. Nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen stieg der Aktienkurs zunächst stark an, lag dann aber am Nachmittag mit knapp 46 Euro etwa auf dem Niveau der Vortage. Das Unternehmen hat seit dem Börsengang im Jahr 1994 eine rasante Entwicklung genommen. Derzeit wird das Unternehmen an mit rund 1,9 Mrd. Euro an der Börse bewertet. Konkurrenten wie Apollo oder Luxottica

In Deutschland stößt die Fielmann-Gruppe an Wachstumsgrenzen. Um das Wachstumstempo zu halten, baut Fielmann deshalb das Geschäft mit Hörgeräten aus. Von den derzeit 585 Filialen betreibt der Konzern 512 Läden in Deutschland, in Österreich sind es 24 und in der Schweiz 28 Geschäfte. Hinzu kommen zwölf Standorte in den Niederlanden, sieben in Polen und zwei Läden in Luxemburg. Bis zum Jahresende sollen insgesamt weitere 19 Geschäfte eröffnet werden.