Handwerk

Optiker Fielmann schafft 400 neue Jobs

Fielmann braucht Nachwuchs. Der Brillenkonzern will vor allem im Süden Deutschlands 150 weitere Filialen eröffnen. Dazu schafft das Unternehmen 400 neue Stellen. Ebenso will Fielmann das noch junge Geschäft mit Hörgeräten stark erweitern.

Die Optikerkette verkauft in diesem Jahr mehr Brillen als je zuvor und stellt deshalb Personal ein. „Im zweiten Halbjahr erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung. Wir werden deshalb 400 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, sagte Vorstandschef Günther Fielmann bei der Hauptversammlung in Hamburg. Derzeit arbeiten bei dem Marktführer rund 12.000 Beschäftigte.

Vor allem die steigende Nachfrage nach aufwendigen und vergleichsweise teuren Gleitsichtbrillen treibt das Geschäft bei Fielmann. Hinzu kommt der Ausbau des Filialnetzes. Bis Mitte dieses Jahres eröffnete der Konzern elf neue Niederlassungen und betreibt jetzt 607 Geschäfte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Benelux, Polen und im Baltikum. „Nach wie vor ist Deutschland unser wichtigster Markt. Unser Ziel ist es, einen Absatzanteil von 50 Prozent in den regionalen Märkten zu erreichen“, sagte Fielmann. Deshalb werde der Konzern vornehmlich im Süden Deutschlands und im Großraum Berlin weitere 150 Filialen eröffnen.

Ebenso will Fielmann das noch junge Geschäft mit Hörgeräten stark erweitern. Der Bedarf sei riesengroß, sagte der Konzernchef. Alleine die Stammkunden von Fielmann in den wichtigsten Einzugsgebieten benötigten mehr als 60.000 Hörgeräte im Jahr.

Als Brillenhersteller ist Fielmann derzeit der größte Ausbildungsbetrieb im Land: Mit rund fünf Prozent der Optikfachgeschäfte in Deutschland stellt Fielmann 29 Prozent aller Auszubildenden in der Branche. Derzeit lernen etwa 1900 Mitarbeiter bei Fielmann das Optikerhandwerk. „Pro Jahr bewerben sich mehr als 8000 junge Menschen um eine Lehre bei uns“, sagte der Konzernchef. Rund 650 erhalten nach bestandener Aufnahmeprüfung einen Ausbildungsplatz.

In den nächsten Jahren will Fielmann auch durch Übernahmen den Konzernumsatz steigern. „Jede ernst zu nehmende Kaufoption wird von uns analysiert“, sagte Fielmann. Namen von Kaufkandidaten oder auch Regionen für Zukäufe nannte der Mehrheitsbesitzer des Konzerns jedoch nicht. Die finanziellen Mittel seien vorhanden, das Unternehmen sei praktisch schuldenfrei, sagte Fielmann lediglich. Die Börse reagierte positiv: Die Aktie stieg im Handelsverlauf um 3,41 Prozent auf 49,68 Euro.

Im ersten Halbjahr hatte das Optikunternehmen das Ergebnis deutlich erhöht. Auch aufgrund der Unternehmensteuerreform erhöhte sich der Gewinn von 34 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 56 Mio. Euro. Der Konzernumsatz stieg in dem Zeitraum von 416 Mio. Euro auf 449 Mio. Euro.