Spielwaren

Mattel macht weltweit einziges Barbie-Kaufhaus dicht

Die pinkfarbener Rolltreppe hat ausgedient. Mangels Umsatz schließt das Barbie-Kaufhaus in Shanghai. Mattel verfolgt nun eine neue Strategie.

Zwei Jahre nach der Eröffnung seines weltweit ersten Barbie-Kaufhauses in Shanghai schließt der US-Hersteller Mattel die rosarote Puppenwelt schon wieder. Der Barbie-Store werde heute dichtgemacht, teilte Mattel in Shanghai mit. Das Unternehmen hatte den Laden in der reichen chinesischen Metropole im März 2009 zum 50. Geburtstag von Barbie eröffnet.

Die Kunden konnten auf einer pinkfarbenen Rolltreppe in die Verkaufsräume fahren und in insgesamt 900 Schaukästen Barbie in all ihren verschiedenen Kleidern bewundern. Zum sechstöckigen Kaufhaus gehörten auch ein Wellness-Bereich und eine "Barbie-Bar“. Doch der Verkauf der Spielzeug-Ikone lief Medienberichten zufolge nur schleppend.

Mattel-Sprecherin Linda Du sagte, das Kaufhaus sei geschlossen worden, weil das Unternehmen nun eine "andere Strategie“ verfolge. Mattel werde noch in diesem Jahr eine Kampagne starten, um Barbie in China bekannter zu machen. Barbie-Puppen gebe es immer noch in mehr als 1000 Läden in ganz China zu kaufen. Bei der Eröffnung hatte Mattel erklärt, das Unternehmen mache 2,5 Prozent seines Umsatzes in China.

Analyst Ben Cavander vom Marktforschungsunternehmen China Market Research in Shanghai sagte, der Fall Barbie zeige wieder einmal, wie schwer westliche Unternehmen in der Volksrepublik Fuß fassten. In den USA blicke die Barbie auf eine lange Geschichte zurück, die Leute dort und ihre Eltern seien mit der Puppe aufgewachsen.

In China aber sei das anders, die Menschen würden viele westliche Produkte gar nicht kennen. "Niemand hier wusste, wofür Barbie eigentlich steht.“ Hersteller aus dem Westen seien entweder nicht schnell genug, um ihre Produkte dem chinesischen Geschmack anzugleichen, oder sie seien nicht geduldig genug, auf den Erfolg zu warten.